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Deutschland/Kolumbien

Außenminister Steinmeier in Kolumbien eingetroffen

Der Besuch des Bundesaußenministers dauert zwar nur einen Tag, hat aber große Bedeutung: Deutschland sieht sich als maßgeblichen Unterstützer des Friedensprozesses zwischen Kolumbiens Regierung und den FARC-Rebellen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier wird in Bogotá vom deutschen Botschafter Michael Bock begrüßt (Foto: picture-alliance/dpa/B. von Jutrczenka)

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier wird in Bogotá vom deutschen Botschafter Michael Bock (r.) begrüßt

Frank-Walter Steinmeier will sich in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá zunächst mit Präsident Juan Manuel Santos und Außenministerin María Ángela Holguín treffen, bevor er eines der 26 Gebiete besucht, in denen die FARC-Rebellen bis Mitte des Jahres entwaffnet werden sollen. Anschließend nimmt der Bundesaußenminister an der Gründungsveranstaltung für ein deutsch-kolumbianisches Friedensinstitut teil, das den Versöhnungsprozess mit Forschung und Beratung unterstützen soll.

Entwaffnung der Rebellen bis zur Jahresmitte

Nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg mit mehr als 220.000 Toten und fünf Millionen Binnenflüchtlingen hatten sich die kolumbianische Regierung und die FARC-Guerilla Ende vergangenen Jahres auf ein Friedensabkommen geeinigt. Derzeit werden die rund 5800 Rebellen in den Entwaffnungszonen zusammengezogen. Bis Mitte des Jahres sollen sie ihre Waffen niedergelegt haben.

In dem Friedensabkommen wird ausdrücklich der Wunsch geäußert, dass Deutschland diesen Prozess im Bereich Versöhnung und Übergangsjustiz unterstützen möge. Deutschland leistet schon seit Langem humanitäre Hilfe in Kolumbien und hatte den Friedensprozess mit Tom Koenigs als eigens dafür ernannten Sondergesandten des Außenministers unterstützt.

Nun auch Verhandlungen mit der ELN-Guerilla

Am Donnerstag sollten ursprünglich auch Vorgespräche für Friedensverhandlungen zwischen der Regierung in Bogotá und der ELN - der zweiten linken Guerillabewegung in Kolumbien - beginnen. Sie wurden jedoch auf diesen Freitag verschoben. Bei dem Treffen in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito soll ein Termin für die Aufnahme formeller Verhandlungen festgelegt werden. Die kolumbianische Regierung macht die Friedensverhandlungen mit der ELN von der Freilassung des entführten Politikers Odín Sánchez abhängig. Die Guerilla gab zwar Lebenszeichen des ehemaligen Parlamentariers, ließ ihn jedoch noch nicht frei. "Das Ende der Entführungen ist weiter Voraussetzung für Verhandlungen mit der ELN", twitterte Staatschef Santos.

sti/kle (dpa, afp, AA)