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Afrika

Attentate und Gefechte in Mogadischu

Somalias Regierung gerät immer stärker in Bedrängnis. Bei einem Überfall auf ein Hotel wurden mehrere Parlamentarier getötet. Und die Schutztruppen der Afrikanischen Union sind in heftige Gefechte verstrickt.

Tote und Verletzte nach dem Angriff auf ein Hotel in Mogadischu (Foto: AP)

Tote und Verletzte nach dem Angriff auf ein Hotel in Mogadischu

Rebellen der radikalislamischen Shebab-Miliz haben ein Hotel in der somalischen Hauptstadt Mogadischu gestürmt und mindestens 30 Menschen getötet. Unter den Toten seien sechs Parlamentsabgeordnete und vier Regierungsmitarbeiter, sagte der stellvertretende Regierungschef Somalias, Abdirahman Hadschi Adab Ibbi, am Dienstag (24.08.2010). Die 20 anderen Opfer seien "unschuldige Zivilisten". Auch ein elfjähriger Schuhputzer und eine Frau, die vor dem Hotel Tee verkaufte, seien getötet worden. Die beiden Angreifer hätten sich anschließend selbst getötet, um einer Festnahme zu entgehen.

Neue Offensive gegen AU-Soldaten

Ein Panzer der AU-Truppe rollt durch Mogadischu (Foto: AP)

Seit Tagen ist die AU-Truppe in Kämpfe verwickelt

Nach Angaben von Augenzeugen waren die Angreifer als Sicherheitskräfte der Regierung verkleidet und konnten so das Hotel betreten, in dem sich häufig Parlamentarier und Regierungsmitarbeiter aufhalten. Der Anschlag ereignete sich inmitten schwerer Gefechte, denen nach Angaben der Rettungsdienste mindestens 40 weitere Menschen zum Opfer fielen. Seit Montag (23.08.2010) führen islamistische Aufständische eine Offensive gegen die Friedenstruppen der Afrikanischen Union (AU), die in dem Krisenstaat stationiert sind. Die Rebellen der Shebab-Miliz haben den etwa 6000 Soldaten der AU in Somalia den "endgültigen Krieg" erklärt.

Die Truppe sollte nach einem Beschluss der Afrikanischen Union im Juli noch um 2.000 Mann aufgestockt werden. Der Beschluss war eine Reaktion auf die Anschläge von somalischen Extremisten in Uganda, bei denen mehr als 70 Menschen getötetet worden waren. Uganda stellt einen Hauptteil der AU-Soldaten in Somalia.

Extremisten kontrollieren fast das ganze Land

Die Shebab-Miliz, die sich offen zum Terrornetzwerk El Kaida bekennt, hatte Anfang der Woche eine Offensive gegen Regierungstruppen begonnen und in mehreren Vierteln Mogadischus Kasernen angegriffen. In Somalia kontrollieren islamische Extremisten große Teile des Landes. Sie wollen die schwache, vom Westen gestützte Regierung vertreiben, die von AU-Truppen aus Uganda und Burundi beschützt wird. Die Regierung hat lediglich in ein paar Straßen der Hauptstadt das Sagen. Die Schutztruppen sichern in der Hauptsache den Flughafen und den Präsidentenpalast. Erst Anfang des Monats hatte die Shebab-Miliz christlichen Hilfsorganisationen verboten, in den von ihr kontrollierten Gebieten zu arbeiten. Sie unterstellte den Organisationen, darunter World Vision und die schwedische Diakonia, die Bevölkerung missionieren zu wollen.

Autor: Dirk Bathe (apn/AFP/Reuters)

Redaktion: Stephanie Gebert

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