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Politik

Attentat mit Konsequenzen?

Holland unter Schock: Am 6. März 2002 wurde der Rechtspopulist Pim Fortuyn erschossen. Die Parlamentswahlen finden dennoch statt.

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Nicht nur Hollands Politiker sind schockiert: Blumen vor dem Haus des ermordeten Politikers Fortuyn

Nach der Ermordung des rechtspopulistischen Politikers Pim Fortuyn liegen die Nerven blank in den Niederlanden. Neun Tage vor der Wahl fiel der schillernde Politiker in Hilversum einem Attentat zum Opfer. Kurz zuvor hatte Fortuyn im dortigen Medienzentrum ein Radio-Interview gegeben. Nachdem sein Tod bestätigt wurde, kam es in Den Haag zu gewaltsamen Demonstrationen von Anhängern des Politikers, die sich eine Straßenschlacht mit Polizisten lieferten. Die Demonstranten warfen Regierung und Medien vor, mit ihrer kritischen Haltung gegenüber Fortuyn an dem Attentat mitschuldig zu sein.

Mutmaßlicher Täter gefasst

Noch am Abend des Mordtages nahm die Polizei einen Verdächtigen in Hilversum fest. Nach offiziellen Angaben handelt es sich bei dem 33-jährigen mutmaßlichen Attentäter um einen Einzeltäter. In Medienberichten hieß es, der Mann stamme aus der Kleinstadt Harderwijk und sei dem Geheimdienst als Linksextremer bekannt. Seine Motive blieben zunächst unklar.


Umstrittener Politiker und aussichtsreicher Kandidat

Die Politik Fortuyns war nicht unumstritten: Der bekennende Homosexuelle war mit der Forderung, die Niederlande müssten ihre Grenzen für Einwanderer schließen, in den Wahlkampf gezogen. In jüngsten Umfragen vor dem Attentat waren seiner Partei 'Liste Pim Fortuyn' 15 Prozent der Stimmen vorausgesagt worden.

Damit wäre sie auf Anhieb zur zweit- oder drittstärksten politischen Kraft im Lande geworden. In Interviews sah sich Fortuyn bereits als Ministerpräsident. Der ehemalige Soziologie-Professor gründete seine Partei 'Liste Pim Fortuyn' erst vor wenigen Monaten. Im vergangenen März eroberte sie in der früheren sozialdemokratischen Hochburg Rotterdam mehr als 30 Prozent der Stimmen und wurde dort zur stärksten Partei.(pt)