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Aktuell Europa

Attentat aufs Bardo-Museum: Verdächtiger kam auf Flüchtlingsboot nach Italien

Zwei Monate nach dem Anschlag auf das Bardo-Museum in Tunis ist einer der mutmaßlichen Attentäter in Italien gefasst worden. Er kam in einem Flüchtlingsboot nach Italien.

Die italienische Polizei hat zwei Monate nach dem blutigen Anschlag auf das Bardo-Nationalmuseum in Tunesien mit 24 Toten den dritten mutmaßlichen Attentäter gefasst. Der 22 Jahre alte Marokkaner wurde in dem Ort Gaggiano nahe Mailand festgenommen, wie die italienische Polizei mitteilte. Die Beamten hatten den Mann am Vorabend in der Wohnung seiner Mutter aufgespürt. Er soll bereits im Februar als Bootsflüchtling in Sizilien angekommen, anschließend aber für den Anschlag wieder nach Tunesien gereist sein.

Terroristen hatten am 18. März das Bardo-Nationalmuseum in der tunesischen Hauptstadt Tunis gestürmt und mehrere Geiseln genommen. 23 Menschen waren bei der Attacke ums Leben gekommen, darunter viele ausländische Touristen. Ein weiteres Opfer starb später im Krankenhaus. Seitdem wurden nach Angaben des tunesischen Innenministeriums mehr als 40 Verdächtige festgenommen.

Bildergalerie Bardo Museum Tunis (Foto: AFP/Getty Images/F. Belaid)

Das Bardo-Museum ist bei Touristen beliebt

Gegen den nun verhafteten Marokkaner sei ein internationaler Haftbefehl erlassen worden, sagte ein Ministeriumssprecher. Neben den tunesischen Verdächtigen wird nach Ministeriumsangaben auch noch nach einen weiteren Marokkaner sowie einem Algerier gefahndet. Der nun Festgenommene ist laut der italienischen Polizei bereits im Februar, einen Monat vor den Anschlägen in Tunis, in Porto Empedocle in Sizilien als ankommender Flüchtling registriert worden, anschließend wurde seine Ausweisung beantragt. Für die Attacke kehrte er nach Tunesien zurück. Anschließend konnte er dann unbemerkt von den Behörden wieder nach Italien reisen. Der Marokkaner könnte in den kommenden Wochen möglicherweise an Tunesien ausgeliefert werden.

Angst vor ankommenden Extremisten

Innenminister Angelino Alfano lobte, die Festnahme zeige "die exzellente Arbeit der Polizei". Die Nachrichten, dass der Mann zunächst als Flüchtling eingereist war, schürten in Italien erneut nÄgste, mit den Flüchtlingsbooten könnten Terroristen ins Land und nach Europa einreisen. "Wir müssen diese Abfahrten und Ankünfte stoppen und unsere Grenzen kontrollieren", schrieb Matteo Salvini von der rechtspopulistischen Lega Nord auf Facebook.

In Tunesien gibt es seit der Jasminrevolution 2011 und dem Sturz des Langzeitherrschers Zine el Abidine Ben Ali immer wieder Anschläge - zumeist auf Polizei und Militär. Vor allem die Grenzgebiete zu Libyen und Algerien gelten als unsicher.

pab/stu (dpa, afp)