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Aktuell Nahost

Attentat auf Assad-Getreue

Ein Anschlag in Damaskus trifft mitten ins Machtzentrum des syrischen Regimes: Ein Schwager von Präsident Assad ist tot, der Verteidigungsminister ebenfalls. Zwei Rebellen-Gruppen bekennen sich zu der Tat.

Es ist ein schwerer Schlag für das Assad-Regime: Minister und Vertreter der Sicherheitskräfte saßen gerade zusammen, als vor einem Gebäude der Sicherheitskräfte in Damaskus ein Sprengsatz explodierte. Assads Schwager, Assef Schawkat, stellvertretender Kommandeur der Streitkräfte, erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Das amtliche Fernsehen hat seinen Tod bestätigt und sprach von einem Selbstmordanschlag.

Auch der Verteidigungsminister Dawud Radschha (Foto) und der frühere Verteidigungsminister Hassan Turkman wurden laut Staatsfernsehen bei dem Anschlag getötet. Radschha war der ranghöchste Christ in der Regierung. Präsident Baschar al-Assad hatte ihn im vergangenen Jahr ernannt. Zu den schwer Verletzten gehört Innenminister Mohammed Ibrahim al-Schaar. Sein Zustand soll jedoch stabil sein, meldete das amtliche Fernsehen.

Assad ernannte umgehend einen neuen Verteidigungsminister: Dem staatlichen Fernsehen zufolge wird Fahd al-Freidsch der Nachfolger des getöteten Dawud Radschha. Jeder, der die "Sicherheit Syriens" bedrohe, werde "zur Strecke gebracht", erklärte die Armee.

Schlacht um Damaskus

Video ansehen 02:04

Syrien: Anschlag trifft inneren Machtzirkel

Zwei Gruppen bekannten sich zu dem Anschlag: die islamistische Rebellenorganisation Liwa al-Islam erklärte, sie habe das Krisenkontrollzentrum in Damaskus angegriffen. Die Freie Syrische Armee bekannte sich ebenfalls zu dem Attentat. Sie besteht größtenteils aus bewaffneten Einheiten von Deserteuren der syrischen Regierungstruppen.

Ein Sprecher sagte: "Das ist der Vulkan, von dem wir gesprochen haben. Wir haben gerade erst begonnen." Bei den Kämpfen zwischen syrischen Regierungstruppen und den Aufständischen sind bereits mehrere tausend Menschen ums Leben gekommen.

Abstimmung im UN-Sicherheitsrat

Video ansehen 02:16

Nahost-Experte Steinberg im DW-Interview

Die schweren Kämpfe sollen auch Thema im UN-Sicherheitsrat sein. Eine für diesen Mittwoch angesetzte Abstimmung über eine neue Syrien-Resolution wurde auf Donnerstag verschoben. Damit solle Spielraum für neue Verhandlungen geschaffen werden, hieß es von westlichen Diplomaten. Probleme gibt es immer noch mit Russland und China. Beide Sicherheitsratsmitglieder lehnen eine Resolution ab, die der syrischen Regierung mit Zwangsmaßnahmen nach Kapitel VII der UN-Charta droht. Darunter fallen Wirtschaftssanktion, aber auch die Anwendung von Gewalt ist nicht ausgeschlossen. Russland hat sein Veto angedroht.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ist in Peking mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao zusammengetroffen. Er will versuchen, China doch noch umzustimmen, damit das Land den Resolutionsentwurf des Westens unterstützt.

cd/det/re (dpa, dapd, afp, rtr)

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