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Aktuell Afrika

Attentäter von Tunis wurden in Libyen ausgebildet

Nach dem blutigen Terroranschlag auf ausländische Touristen in Tunis führen die Ermittlungen nach Libyen. In dem Nachbarland hatten die beiden Attentäter ein Dschihadistencamp besucht.

Für die tunesische Regierung steht fest, dass der Terroranschlag auf das Bardo-Museum in der Hauptstadt Tunis einen islamistischen Hintergrund hat. Innenminister Rafik Chelli sagte, die beiden Täter seien in einem Dschihadistenlager in Libyen ausgebildet worden.

Bei den beiden handelt es sich höchst wahrscheinlich um Tunesier. Einer war den Sicherheitsbehörden bekannt. Sie waren zunächst in Moscheen in ihrer Heimat angeworben und für den dschihadistischen Kampf begeistert worden. Nach Erkenntnis der Behörden reisten sie im September ins benachbarte Libyen aus.

IS bekennt sich

Spezialeinheiten hatten die beiden Männer nach dem Anschlag am Mittwoch erschossen. Das Nationalmuseum von Bardo liegt Mitten in Tunis in unmittelbarer Nachbarschaft zum schwer bewachten Parlamentsgebäude. Insgesamt waren 23 Menschen getötet worden, darunter 20 Urlauber.

Am Donnerstag bekannte sich die sunnitische Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) zu der Tat, die in Syrien und im Irak ein Kalifat ausgerufen hat. Der Anschlag in Tunis sei der "Auftakt" zu einer Anschlagsserie in dem nordafrikanischen Land, heißt es in einer Audio- und Textbotschaft, die im Internet kursiert.

Neun Festnahmen

Neun Verdächtige wurden festgenommen. Vier von ihnen stünden "in direkter Verbindung" zu dem Attentat, fünf weitere hätten Kontakt zu den Drahtziehern des Anschlags gehabt, erklärte das Präsidialamt in Tunis.

Schätzungsweise 2000 bis 3000 junge Tunesier haben sich den Islamisten in Syrien und dem Irak angeschlossen. Sie bilden die größte Gruppe unter den ausländischen IS-Kämpfern. Sicherheitsexperten warnen, dass vor allem über das östlich von Tunesien gelegene Bürgerkriegsland Libyen Heimkehrer mit Ausbildung der Terrormiliz IS einsickern können.

uh/sp (dpa,rtr,afp)