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Aktuell Europa

Attentäter von Kopenhagen erschossen?

Nach den beiden Anschlägen in Kopenhagen wurde ein Verdächtiger von der Polizei erschossen. Er soll auf der Flucht das Feuer auf die Beamten eröffnet haben. Ist er der Attentäter?

Am frühen Morgen überschlugen sich die Ereignisse in der dänischen Hauptstadt. Zunächst wurde ein weiterer Anschlag vor einer Synagoge gemeldet, dann berichtete die Polizei von der dramatischen Verfolgung eines möglichen Attentäters: In der Nähe einer Bahnstation habe man einen verdächtigen Mann erschossen. Dieser habe im Bezirk Norrebro das Feuer auf die Polizisten eröffnet. Zuvor waren bei zwei Anschlägen zwei Menschen getötet und fünf Polizisten verletzt worden. Führende Politiker Dänemarks sprachen von einem Schock für das Land und von einem "Alptraum".

In der Nacht hatten die Behörden mitgeteilt, bei einer Schießerei nahe der Kopenhagener Synagoge sei ein Mann in den Kopf getroffen worden. Er sei Stunden später seinen Verletzungen erlegen. Zudem seien zwei Polizisten am Arm und am Bein verletzt worden. Der Angreifer habe zu Fuß flüchten können. Er wurde ein Zusammenhang zu dem vorherigen Terrorüberfall auf die Veranstaltung in einem Kulturzentrum am Samstagnachmittag vermutet.

Anschlag auf die Meinungsfreiheit

Ein Unbekannter hatte dort eine Veranstaltung mit dem umstrittenen Mohammed-Karikaturisten Lars Vilks mit einer automatischen Waffen beschossen: ein Mann wurde getötet und drei Polizisten verletzt. Die dänische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt erklärte, ihre Regierung gehe von einem Terrorakt aus. "Wir sind sicher, dass die Schüsse eine politisch motivierte Attacke darstellen." Der französische Botschafter Francois Zimeray sagte, es sei versucht worden, den Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris zu kopieren. Im Januar waren dabei zwölf Menschen von islamistischen Extremisten getötet worden.

Fahndungsfoto des mutmaßlichen Attentäters von Kopenhagen (Foto: DPA)

Die Polizei veröffentlichte dieses Foto des mutmaßlichen Täters

Großfahndung nach dem Täter

Die Polizei löste eine Großfahndung aus nach einem etwa 25 bis 30 Jahre alte Mann arabischen Aussehens, der von mehreren Videokameras erfasst wurde. An den Hauptausfallstraßen Kopenhagens wurden Straßensperren errichtet. Die Kontrollen an den Landesgrenzen wurden erheblich verschärft, hieß es. An der Fahndung ist auch die deutsche Bundespolizei beteiligt, wie ein Sprecher sagte. Die dänischen Sicherheitsbehörden hätten um diese Unterstützung gebeten. Es gehe um verstärkte Kontrollen und Fahndungsmaßnahmen im Grenzraum zwischen Deutschland und Dänemark.

Internationale Anteilnahme

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte den Anschlag. "Die internationale Gemeinschaft wie die Staaten jeder für sich werden sich dieser Art von Terrorismus nicht beugen", sagte Steinmeier bei einem Besuch in Peru. "Wir stehen ein für die Freiheit und wir wollen sie für die Menschen in unseren Staaten erhalten." Zusammen mit seinem peruanischen Kollegen Gonzalo Gutierrez sprach er zugleich Dänemark sein Mitgefühl aus.

Die EU-Kommission verurteilte den Anschlag ebenfalls. "Europa steht geschlossen mit Dänemark für Redefreiheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung ein. Europa wird sich nicht einschüchtern lassen", hieß es in einer in Brüssel veröffentlichten Stellungnahme zu dem Attentat. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien." Auch die USA verurteilten die Tat.

cr/kle/sc (afp, rtr, dpa)

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