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Asien

Attentäter gaben sich als Hotelgäste aus

In der indonesischen Hauptstadt Jakarta sind bei Bombenanschlägen auf zwei Hotels acht Menschen getötet worden. Die Täter hatten die Bomben trotz aller Sicherheitsmaßnahmen in die Gebäude schleusen können.

Polizisten untersuchen das Marriott nach den Anschlägen (Foto: AP)

Das Marriott war erneut Ziel eines Anschlags

Ziel der Anschläge waren zwei Hotels im Geschäftsviertel Kuningan in der indonesischen Hauptstadt Jakarta. Die Sprengsätze explodierten am Freitagmorgen (17.07.2009) zur Frühstückszeit gegen 8.00 Uhr Ortszeit (3.00 Uhr MESZ) kurz hintereinander.

Augenzeugen berichteten, zunächst habe es eine Explosion im Marriott gegeben. Etwa fünf Minuten später sei im benachbarten Ritz-Carlton eine Bombe detoniert. Zahlreiche Menschen seien in Panik aus den Gebäuden gerannt. Die Polizei riegelte die Hotels nach den Anschlägen ab.

Polizisten finden weiteren Sprengkörper

Polizisten haben das Ritz-Carlton abgesperrt (Foto: AP)

Die Polizei riegelte die Hotels nach den Anschlägen ab

Nur wenige Stunden nach den Bombenexplosionen entdeckten Sicherheitskräfte im Marriott-Hotel einen weiteren Sprengsatz. Eine nicht explodierte Bombe sei in einem Raum des Hotels gefunden worden, sagte Präsidentenberater Dschali Jusuf in Jakarta. Experten hätten den Blindgänger zerstört.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurden die Anschläge von Selbstmordattentätern verübt. Einer der mutmaßlichen Attentäter hatte sich demnach als Hotelgast ausgegeben und dadurch Zutritt zum Marriott erhalten. Im Café des Hotels habe er dann eine mitgebrachte Bombe gezündet, sagte Polizeichef Wahyono.

"Es sah aus wie im Krieg"

Eine verletzte Hotelangestellte wird außerhalb des Hotels medinizisch versorgt (Foto: AP)

Viele Menschen wurden bei den Anschlägen verletzt

Den Behörden zufolge sind unter den acht Todesopfern auch vier Ausländer. Etwa 50 weitere Personen seien verletzt worden, einige von ihnen lebensgefährlich. Deshalb sei mit steigenden Opferzahlen zu rechnen, sagte ein Polizeisprecher in der indonesischen Hauptstadt. Nach ersten Erkenntnissen waren keine EU-Bürger unter den Toten.

"In der Lobby sah es aus wie im Krieg", sagte Augenzeuge Ikrar Nusa Bakti, der mit seiner Tochter im Marriott war. "Überall Rauch, und die Menschen rannten in Panik aus dem Gebäude." Ein anderer Augenzeuge gab an, er habe zahlreiche blutüberströmte Menschen am Mariott-Hotel gesehen.

Fassade des Ritz weggerissen

Viele Menschenmenge haben sich nach den Anschlägen auf einen Rasen geflüchtet (Foto: AP)

Zahlreiche Menschen flüchteten ins Freie

Die Fassade des Ritz wurde von der Explosion weitgehend zerstört. Der Sprengsatz detonierte offenbar in einem Restaurant in dem Gebäude. Auf dem Rasen vor dem Gebäude lagen metergroße Trümmer und zahlreiche Glassplitter. Aus den Wänden ragten abgerissene Rohre. Über dem Geschäftsviertel hing eine dichte Rauchwolke.

Beide Luxushotels gelten als besonders gut geschützt und werden deshalb häufig von ausländischen Touristen und Geschäftsleuten besucht.

Anschläge verurteilt

Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono verurteilte die Anschläge als "grausamen und unmenschlichen Angriff". Das sei die Tat einer Terror-Organisation gewesen, sagte der Präsident. Die Verantwortlichen würden verfolgt und bestraft werden.

Auch im Ausland wurden die Angriffe scharf verurteilt. Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana sprach von einem Anschlag auf die indonesische Demokratie. Bundesaußenminister Steinmeier forderte, dass die "Täter und Hintermänner" gefasst und zur Rechenschaft gezogen werden müssten.

"Jemaah Islamiayah" als Drahtzieher vermutet

Das Marriott war im Jahr 2003 schon einmal Ziel eines Anschlags. Damals wurden zwölf Menschen getötet. Für die Tat wurde die Terror-Organisation "Jemaah Islamiayah" verantwortlich gemacht. Indonesische Terrorismusexperten vermuten, dass "Jemaah Islamiayah" auch Drahtzieher der aktuellen Anschlägen in Jakarta ist. Die Organisation verübe häufig zwei Anschläge gleichzeitig und nehme vor allem Ziele mit Ausländern ins Visier, sagte Terrorismusexperte Rohan Gunaratna. (kis/mas/dpa/afp/ap/rtr)

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