Attacke auf Hilfsorganisation in Afghanistan | Aktuell Asien | DW | 24.01.2018
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Terrorismus

Attacke auf Hilfsorganisation in Afghanistan

Sie ist nach eigenen Angaben die größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt: Save the Children. Jetzt wurde die NGO in Afghanistan zur Zielscheibe des Terrors.

Vor dem Eingang des Gebäudes in Dschalalabad - rund 100 Kilometer östlich von Kabul - habe ein Selbstmordattentäter eine Autobombe gezündet, sagte ein Behördenvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Bewaffnete Angreifer hätten den Komplex dann gestürmt. Nach jüngsten Angaben gab es mindestens vier Todesopfer. Mehrere Menschen wurden verletzt. 46 Menschen, unter ihnen zwölf Frauen, seien in Sicherheit gebracht worden, bestätigte der Sprecher der Provinzregierung. 

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte unterdessen die Tat für sich. Dies geht aus einer Mitteilung der Propaganda-Website Amaq im Namen der Dschihadisten hervor.

Save the Children erklärte, sämtliche Aktivitäten in Afghanistan seien bis auf weiteres gestoppt worden.

Einer der Verwundeten, der sich zum Zeitpunkt des Anschlags auf dem Gelände der Hilfsorganisation befand, sagte AFP, er habe eine heftige Explosion gehört. "Wir gingen in Deckung, und ich sah einen Bewaffneten, der den Haupteingang mit einer Panzerfaust angriff, um auf das Gelände zu kommen. Ich sprang aus dem Fenster."

Dicker schwarzer Rauch

In afghanischen Nachrichtensendern war dicker schwarzer Rauch über dem Gebäude in Dschalalabad zu sehen. Mindestens ein Fahrzeug vor dem Gebäude stand in Flammen. Ein weiterer Augenzeuge sagte AFP: "Es könnte ein größerer Anschlag sein, ich höre Schüsse aus dem Inneren des Save-the-Children-Geländes."

Erst vor wenigen Tagen hatten die radikalislamischen Taliban ein Luxushotel in Kabul attackiert und mindestens 22 Menschen getötet. Die meisten Opfer waren Ausländer.

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich seit Ende der NATO-Kampfmission vor drei Jahren drastisch verschlechtert. Die radikalislamischen Taliban kontrollieren oder beeinflussen nach Militärangaben mittlerweile wieder rund 13 Prozent des Landes. Auch der IS verübt immer wieder Anschläge im Land. In Kabul war am Morgen die Maschine des neunten Abschiebeflugs mit 19 abgelehnten afghanischen Asylbewerbern an Bord gelandet.

jj/myk (afp, rtr)