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Politik

"Atomkraft wird es auch künftig geben"

Auch nach der Atomkatastrophe von Fukushima wird es eine friedliche Nutzung der Atomkraft geben - meint Peter Stützle in seinem Kommentar.

Peter Stützle, Hauptstadtstudio Berlin (Foto: DW)

Peter Stützle, Hauptstadtstudio Berlin

In Deutschland ist man sich schon seit zwei Jahren in einem Punkt parteiübergreifend einig: Es sollen keine neuen Atomkraftwerke gebaut werden. Strittig war zuletzt nur, wie lange die bestehenden Meiler noch Strom erzeugen sollen. Die frühere Bundesregierung aus SPD und Grünen hatte einen Zeitpunkt für den Atomausstieg festgelegt, die jetzige hat ihn auf später verschoben. Nun kommt der Atomausstieg vielleicht doch früher.

Vielleicht aber auch nicht. Denn im Moment zeichnet sich nur ab, dass einige der ältesten Atomkraftwerke, die jetzt vom Netz müssen, nicht wieder hochgefahren werden. Ob aber die anderen Kraftwerke kürzer laufen werden als zuletzt vorgesehen, das steht in den Sternen. Gewiss scheint nur, dass Erneuerbare Energien wie Wind und Sonne jetzt beschleunigt genutzt werden. Aus heutiger Sicht ist davon auszugehen, dass diese irgendwann die Atomkraftwerke ersetzen. Aber wer weiß, vielleicht wird im Abstand einiger Jahre der Klimawandel als die größere Bedrohung gesehen, und man schaltet zuerst die alten Kohlekraftwerke ab.

Auf jeden Fall sind die Menschen nachdenklich geworden in diesen Tagen - und das nicht nur in Deutschland. Mancherorts wird man nun wohl zu dem Schluss kommen, die Kernenergie aufzugeben. Andernorts wird man vielleicht nur den Sicherheitsstandard für Kernkraftwerke erhöhen. Und in Ländern wie China, in denen die Meinung der Bürger nicht viel gilt, ist sogar zu befürchten, dass die Vorfälle in Fukushima gar keine Konsequenzen haben.

Selbst dort, in Japan, könnte es sein, dass die unbeschädigt gebliebenen Atomkraftwerke noch lange weiterlaufen. Immerhin hat sich Japan nur wenige Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroschima und Nagasaki für die friedliche Nutzung der Kernkraft entschieden, und bis zuletzt gab es darüber einen breiten gesellschaftlichen Konsens. Dass aus den Japanern nun mehrheitlich Atomkraftgegner werden, ist keineswegs ausgemacht.

Global gesehen ist es also gut möglich, dass wir den Höhepunkt des Atomzeitalters noch gar nicht erreicht haben. Trotz der dramatischen Bilder aus Fukushima.

Autor: Peter Stützle
Redaktion: Thomas Kohlmann (kas)

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