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Aktuell Welt

Atomgespräche in Wien gehen in die Verlängerung

Eigentlich sollten die Verhandlungen über die Zukunft des iranischen Atomprogramms spätestens Dienstag enden. Der Iran, die fünf UN-Vetomächte und Deutschland haben diese Deadline jetzt um einen Tag verlängert.

Es bleibe noch viel Arbeit zu tun. Die Verhandlungen würden fortgesetzt, um ein gutes globales Ergebnis zu erreichen. So begründete ein Sprecher der iranischen Delegation die Entscheidung, länger als geplant über das iranische Atomprogramm in Wien zu verhandeln. Kurz zuvor hatten Meldungen iranischer Medien für Unruhe gesorgt. Es wurde berichtet, Außenminister Mohammed Dschawad Sarif werde die Verhandlungen verlassen, um für einen Tag nach Teheran zurückzukehren. Die Reise sei bereits im Vorfeld geplant gewesen, hieß es. Sarif und sein US-Kollege John Kerry hätten ihren Teams die nötigen Anweisungen gegeben, wie weiter zu verfahren sei.

Sarif und Kerry hatten am Samstag mit einem Treffen die Endrunde in dem jahrelangen Atomstreit eingeläutet. Ursprünglich wollten der Iran und die Gruppe der fünf UN-Vetomächte und Deutschland bis Ende Juni ein vollständiges Abkommen zur Beilegung des jahrelangen Streits ausarbeiten. Für Deutschland wird Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier mit am Verhandlungstisch sitzen. Bereits vor seiner Reise nach Wien hatte er in einem Zeitungsinterview die Verlängerung der Gespräche nicht ausgeschlossen. "Unser Ziel ist, Ende Juni zum Abschluss zu kommen. Es kann aber sein, dass der 30. Juni mehr als 24 Stunden haben wird", sagte Steinmeier der "Welt am Sonntag".'

Fortschritte und noch strittige Punkte

Ein Atomvertrag soll den Iran daran hindern, Nuklearwaffen zu bauen. Die sogenannte 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland) verhandelt im Auftrag der Vereinten Nationen seit rund zwei Jahren äußerst intensiv mit Teheran über die genaue Ausgestaltung seines Atomprogramms.

Die Verhandlungen darüber sind schon weit fortgeschritten, doch bleiben in einigen besonders schwierigen Punkten noch Differenzen. Für Diskussionen sorgen insbesondere die Forderungen, dass die Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) auch Zugang zu iranischen Militäranlagen erhalten, um sicherzustellen, dass dort nicht insgeheim neue Atomanlagen aufgebaut werden. Zudem sorgt der Zeitplan für die Aufhebung der Sanktionen für Streit. Teheran will die schmerzhaften Finanz- und Handelssanktionen sofort bei Unterzeichnung des Abkommens aufgehoben sehen. Die 5+1-Gruppe will dies aber erst tun, wenn der Iran seine wichtigsten Verpflichtungen erfüllt hat.

bri/hf (AFP, dpa)