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Aktuell Welt

Atomgespräche gehen in den dritten Tag

In die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm ist mächtig Bewegung gekommen. Ein Kompromiss scheint nicht ausgeschlossen. In Genf werden die Außenminister aller 5+1 Staaten erwartet.

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Warten auf den Durchbruch

"Wir arbeiten hart", sagte US-Außenminister John Kerry am späten Freitagabend nach einer fünfstündigen Verhandlungsrunde mit seinem iranischen Kollegen Mohammed Dschwad Sarif. Beide Minister bezeichneten das Treffen als positiv. Nähere Einzelheiten wurden nicht bekannt. Ein hoher US-Regierungsvertreter erklärte, im Laufe des Abends seien weitere Fortschritte gemacht worden, die Meinungsverschiedenheiten zu überbrücken. Es gebe aber noch viel zu tun.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius, der an den Verhandlungen ebenfalls teilnimmt, warnte vor zu hohen Erwartungen. Es sei noch keineswegs sicher, dass die Gespräche erfolgreich abgeschlossen würden, sagte er dem französischen Sender Radio Inter. Fabius verwies auf noch ungeklärte Themenbereiche wie den Atommeiler Arak oder die Urananreicherung. Zudem müssten Sorgen Israels und anderer
Länder in der Region ernst genommen werden.

Russlands Außenminister reist an

In der Konferenzstadt Genf sind neben Fabius auch seine Kollegen aus Berlin und London, Guido Westerwelle und William Hague. An diesem Samstag kam Kerry zunächst mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton zusammen. Anschließend wollen Beide mit dem iranischen Außenminister Mohammed Dschwad Sarif sprechen.

In Kürze werden zudem der russische Außenminister Sergej Lawrow sowie der chinesische Außenamtschef Wang Yi in Genf erwartet. In dieser großen Runde sollen die Atomgespräche dann fortgesetzt werden. Dies werten Beobachter als ein Zeichen, dass ein Kompromiss zwischen dem Iran und der 5+1-Gruppe, den fünf Vetomächten des UN-Sicherheitsrats und Deutschland, möglich erscheint.

Allerdings warnt auch die iranische Seite vor zu viel Euphorie. Der iranische Vizeaußenminister Abbas Araghchi sprach von einem konstruktiven Treffen zwischen Kerry und Sarif am Freitagabend. Beiden Seiten stehe aber noch eine Menge Arbeit bevor. Ein Durchbruch sei machbar, aber noch fraglich.

Geplant ist ein schriftliches Abkommen, das den seit nunmehr zehn Jahren andauernden Atomstreit vorerst beenden soll. Obwohl noch keine Details bekannt sind, gehen Diplomaten davon aus, dass der Iran als Gegenleistung für eine Lockerung der Wirtschaftssanktionen Teile seiner Urananreicherung einstellen wird.

Obama telefoniert mit Netanjahu

Warnungen aus Israel, der Iran bekomme einen "Deal des Jahrhunderts", wies Washington als unbegründet und verfrüht zurück. US-Präsident Barack Obama telefonierte am Freitag mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, um diesen über den Stand der Genfer Gespräche zu informieren, wie das Weiße Haus in Washington erklärte. Obama habe Netanjahu versichert, er sei entschlossen zu verhindern, dass der Iran an Atomwaffen komme.

Netanjahu hatte zuvor sein tiefes Misstrauen gegenüber den iranischen Absichten bekräftigt und erklärt, Israel werde sich nicht durch eine mögliche Vereinbarung der internationalen Gemeinschaft mit dem Iran binden lassen.

gmf/mak/se (afp, dpa, rtr)

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