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Politik

Atomgespräche dauern an

Eine verzögerte Überweisung von 25 Millionen Dollar blockiert weiter die Verhandlungen über den Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms. Andere Konferenzteilnehmer kritisieren Pjöngjangs neuerlichen Boykott.

Konferenzsaal mit Teilnehmernn der Atomgespräche (Quelle: dpa)

Die Sechser-Gespräche in Peking gehen weiter

Die nordkoreanische Delegation weigerte sich am Mittwoch (21.3.2007) den zweiten Tag in Folge, die Gespräche in Peking fortzusetzen, da 25 Millionen US-Dollar aus freigegebenen Konten in Macao noch nicht auf dem Konto Nordkoreas bei einer Bank in China eingetroffen waren. Die Verweigerungshaltung stieß auf Unverständnis bei anderen Teilnehmern der Sechs-Parteien-Gespräche in Peking. Die Verhandlungen werden deswegen bis Donnerstag oder Freitag verlängert, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete.

"Lächerliche Dinge" seien mit dem Geld passiert, das auf ein nordkoreanisches Konto bei der Bank of China überwiesen werden sollte, sagte Südkoreas Unterhändler Chun Yung Woo laut Nachrichtenagentur Yonhap. In informierten Kreisen hieß es, die chinesische Bank habe die Annahme der nordkoreanischen Gelder verweigert, die nach US-Angaben mit Geldfälschung und Geldwäsche in Verbindung stehen. Ferner habe jeder Inhaber der etwa 50 nordkoreanischen Konten bei der Banco Delta Asia (BDA) in Macao Formulare ausfüllen müssen, um die Freigabe zu ermöglichen.

Verzögerung stößt auf Unverständnis

Zentrale Banco Delta Asia in Macao (Quelle: AP)

Auf Konten der Banco Delta Asia in Macao lagen 25 Millionen Dollar Nordkoreas

Dass Nordkorea wegen dieser technischen Probleme die Gespräche verweigerte, stieß aber auf Unverständnis. US-Unterhändler Christopher Hill sagte: "Es kann doch nicht erwartet werden, dass diese großen Delegationen hier herumsitzen, während das geklärt wird." In Seoul sprach der südkoreanische Außenminister Song Min Soon von einem schwer zu verstehenden Problem. Nicht nur Beobachter in Peking rätselten, warum den Nordkoreanern 25 Millionen US-Dollar wichtiger sein können als die Atomvereinbarung, an deren Ende Milliarden winken, wenn die Wirtschaftsbeziehungen normalisiert sind.

Eigentlich müsste sich Nordkorea viel größere Sorgen um seinen Zugang zum internationalen Bankensystem machen. Den werde es nicht geben, solange Nordkorea Massenvernichtungswaffen baut und gefälschte Banknoten in Umlauf bringt, wie US-Unterhändler Hill deutlich machte. Das Vorgehen der USA gegen die kleine Bank in Macao hat andere internationale Finanzinstitute aufgeschreckt. Sie verzichten lieber auf Geschäfte mit Nordkorea, um nicht plötzlich vom Markt in den USA ausgeschlossen zu werden. Chinesische Experten beziffern den Schaden für Nordkoreas Wirtschaft auf bis zu zwei Milliarden US-Dollar. Kein Vergleich zu den 25 Millionen - es sei denn, ein wichtiges Mitglied der Führung in Pjöngjang wartet persönlich auf sein Geld, worüber sich nur spekulieren lässt.

Pjöngjang hält an Vereinbarung fest

Nordkoreas Chefunterhändler Kim Kye Gwan (Quelle: AP)

Nordkoreas Chefunterhändler Gwan bekräftigt das Festhalten seines Landes an den Vereinbarungen

Der Streit um die Konten, die Washington 2005 wegen des Verdachts der Geldwäsche und anderer illegaler Aktivitäten einfrieren ließ, war nach Angaben der USA und Chinas längst gelöst. US-Unterhändler Hill sagte, Nordkoreas Delegation scheine strikte Anweisung aus Pjöngjang zu haben, den Erhalt der Gelder sicherzustellen. In einem bilateralen Treffen habe Unterhändler Kim Kye Gwan aber noch einmal ausdrücklich bekräftigt, dass sich Nordkorea an die im Februar vereinbarte Schließung seiner Atomanlagen innerhalb von 60 Tagen halten wolle.

Die sechs Länder haben laut Hill auch schon "Elemente eines guten Plans für die nächste Phase", wenn alle Atomanlagen deklariert und beseitigt werden sollen. Im Gegenzug winken dem verarmten stalinistischen Staat Wirtschaftshilfen und Energielieferungen von über einer Million Tonnen Heizöl. An den Gesprächen nehmen Nordkorea, die USA, China, Südkorea, Japan und Russland teil. Gemäß der Vereinbarung vom 13. Februar soll Nordkorea auch erstmals seit 2002 wieder Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA ins Land lassen. (rri)

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