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Aktuell Asien

Atomaufsicht erhöht Gefahrenstufe in Fukushima

Ein Leck in der Atomruine Fukushima ist deutlich ernster als der Betreiber Tepco anfangs zugab. Die Atomaufsicht erhöht deshalb die Gefahrenstufe. Das Leck in einem Tank sei ein "ernster Zwischenfall".

Auf der internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse, Ines, werde das Leck nun mit Stufe drei von sieben bewertet, teilte die japanische Atomaufsichtsbehörde mit. Damit wird der Schweregrad von "Anomalität" (Stufe 1) zu einem "ernsten Zwischenfall" heraufgestuft. Es ist das erste Mal seit zwei Jahren, dass Japan eine derartige Warnung ausgibt. Der Kraftwerksbetreiber Tepco hatte zuvor eingestanden, dass rund 300 Tonnen hochradioaktives Wasser aus einem Auffangtank ausgelaufen waren - erheblich mehr als zunächst angegeben. Wo genau sich das Leck befindet, ist jedoch weiter unklar.

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Fukushima: Warnung angehoben (21.08.2013)

Das ausgetretene Wasser enthält laut Tepco unter anderem Strontium, das Wissenschaftler auch als "Knochenkiller" bezeichnen. Es schädige das Knochenmark und könne Leukämie (Blutkrebs) auslösen.

Ende vergangenen Jahres hatte die japanische Regierung erklärt, dass sie die Lage in der Atomruine unter Kontrolle habe. Die andauernden Probleme erwecken allerdings den gegenteiligen Eindruck. Jeden Tag dringen zudem hunderte Tonnen Grundwasser in die Reaktorgebäude ein und vermischen sich dort mit dem kontaminierten Kühlwasser. Am Montag kündigte die Regierung an, den Betreiber des Kraftwerks Fukushima mit Steuergeld beim Kampf gegen atomar verseuchtes Wasser zu unterstützen.

IAEO kritisiert "verwirrende Meldungen"

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) hat indes die Informationspolitik Japans kritisiert. Das Land solle klarer über die Geschehnisse in Fukushima berichten und "verwirrende Nachrichten" vermeiden. Es sei fraglich, warum das Leck in der vergangenen Woche nun zu einer deutlich höheren Gefahrenstufe geführt habe, wenn bislang kein anderer Zwischenfall seit dem Unglück Auswirkungen auf die Ines-Skala hatte.

Im Atomkraftwerk Fukushima war es infolge eines Erdbebens und eines Tsunamis im März 2011 in mehreren Reaktoren zur Kernschmelze gekommen. Der Betreiber Tepco kämpft noch immer gegen den Austritt radioaktiv verseuchten Wassers. Reparaturtrupps pumpen unentwegt Wasser zur Kühlung in die Reaktoren. Die riesigen Wassermengen werden in Tanks aufgefangen, die jedoch kaum noch ausreichen.

Die Katastrophe war das folgenschwerste Atomunglück seit dem Unfall im ukrainischen Tschernobyl im Jahr 1986. Inzwischen steigt in Fukushima die Zahl von Krebsfällen unter Kindern.

rk/kis (dpa, rtr, afp)

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