1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Asien

Atom-Reaktor in Japan heruntergefahren

Zwischenfall in japanischem Atommeiler: Nach Problemen mit einem Generator wurde ein AKW abgeschaltet. Der Betreiber gibt aber Entwarnung. Derweil läuft die juristische Aufarbeitung der Atomkatastrophe von Fukushima.

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima sind nur vier Reaktoren wieder ans Netz gegangen. An einem davon ereignete sich jetzt ein Zwischenfall. Nach Problemen mit einem Generator wurde im Westen Japans ein Atomreaktor automatisch heruntergefahren. Nach Angaben des Betreiberkonzerns Kansai Electric Power werde der Vorfall im Atomkraftwerk Takahama in der westlichen Provinz Fukui untersucht. Das Kühlsystem des Reaktors habe aber einwandfrei funktioniert.

Regierung betont strenge Sicherheitsauflagen

Die Anlage liegt rund 400 Kilometer westlich der Hauptstadt Tokio. Erst am vergangenen Freitag war der Reaktor Nummer 4 wieder eingeschaltet worden. Als Konsequenz aus der Atomkatastrophe in Fukushima hatten zwischenzeitlich zwei Jahre lang alle 48 kommerziellen Reaktoren in Japan stillgestanden. Am 11. März 2011 hatte sich in Folge eines Erdbebens und Tsunamis eine Kernschmelzen im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi ereignet. Nach Einschätzung der japanischen Regierung sind die neuen Sicherheitsauflagen für den Betrieb von Atommeilern die "strengsten der Welt". Auf der Basis wurden 2015 die ersten beiden Reaktoren im Atomkraftwerk Sendai in der südwestjapanischen Provinz Kagoshima wieder ans Netz genommen, darauf folgten dann die Reaktoren 3 und 4 im AKW Takahama. Die restlichen 44 Reaktoren in Japan sind weiterhin nicht in Betrieb.

Ehemalige Fukushima-Führungskräfte sollen angeklagt werden

Das zerstörte AKW Fukushima

Tepco-Manager angeklagt

Fast fünf Jahre nach der Atomkatastrophe sind jetzt auch drei frühere Top-Manager des Betreiberkonzerns Tepco angeklagt worden. Dem früheren Tepco-Chef Tsunehisa Katsumata und den zwei früheren Vizepräsidenten Sakae Muto und Ichiro Takekuro wird unter anderem Vernachlässigung der Sorgfaltspflicht vorgeworfen. Der Vorwurf: Sie sollen das Atomkraftwerk nicht gegen eine Katastrophe durch Tsunamis geschützt haben. Somit seien sie auch für den Tod von 44 älteren Patienten eines Krankenhauses sowie für die Verletzungen verantwortlich, die weitere 13 Menschen am 11. März 2011 davontrugen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete.

Laut dem Bericht wollen die drei Manager auf nicht schuldig plädieren. Mit der Eröffnung des Prozesses werde nicht vor Jahresende gerechnet. Der Konzern Tepco wollte sich nicht zu den Anklagen äußern.

Erst kürzlich hatte Tepco eingestanden, damals zu spät über die Kernschmelze informiert zu haben. Basierend auf der Strahlung um die Reaktoren wusste Tepco schon wenige Tage nach dem Unfall von der Schwere der Schäden, doch verwendete den Begriff Kernschmelze erst rund zwei Monate später.

wo/ml (dpa, afp)

Die Redaktion empfiehlt