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Champions League

Atlético will Revanche

Im ersten Halbfinale der Champions League kommt es zum "Derbi madrileño", dem Stadtderby zwischen Atlético und Real Madrid und der Wiederauflage des Finals von 2016. Das hat Atlético in ganz schlechter Erinnerung.

Fußball Champions League Finale Atletico Madrid v Real Madrid Elfmeterschießen (Reuters/K. Pfaffenbach)

Atlético hatte in der Champions League gegen Real immer das Nachsehen

Den 28. Mai 2016 werden sie alle in Madrid noch in bester Erinnerung haben: Champions-League-Finale in Mailand, Atlético gegen Real - und am Ende gewinnt wieder der Favorit. Im Elfmeterschießen. Immer, wenn es im Europapokal gegen Real ging, ging's schief - und meist auf besonders brutale Weise. Wie 1959, als Alfredo Di Stéfano und Ferenc Puskas Real im Entscheidungsspiel (2:1) ins Finale schossen. Wie 2014, als Atlético eine Hand am Pokal hatte, Real aber in der Verlängerung die "Décima", den zehnten Titel klar machte (4:1). Wie im Viertelfinale 2015 (0:0/0:1), und wie schließlich beim Elfmeterschießen im Endspiel 2016 (3:5). Das alles soll in dieser Saison anders werden. 

Da für Atlético die Meisterschaft bereits gelaufen ist, gilt die volle Konzentration der Champions League. Die "Rojiblancos" zogen als Gruppenerste vor dem FC Bayern München ins Achtelfinale ein, wo sie Bayer Leverkusen schlugen. Im Viertelfinale setzten sie sich gegen den englischen Meister Leicester City durch.

Doch ausgerechnet vor dem Champions-League- Hinspiel (Anstoß: Dienstag, 20:45 Uhr, ab 20:30 Uhr im DW-Liveticker) fällt die halbe Abwehr aus und damit die stärkste Waffe Atléticos: José María Giménez wird in beiden Duellen passen müssen, Juanfran und Šime Vrsaljko müssen mindestens beim Hinspiel am Dienstag im Estadio Santiago Bernabéu pausieren. Nun muss Cheftrainer Diego Simeone gegen die "Königlichen" improvisieren. Gute Nachrichten gibt es dagegen von der Offensivfront: Der 23-jährige Schlüsselspieler Yannick Carrasco könnte pünktlich wieder einsatzbereit sein.

"Haben vor niemandem Angst"

Man habe "vor niemandem Angst" und sei "bereit", kündigte Atléticos Starspieler Fernando Torres vollmundig an. Natürlich seien die "Blancos" auch dieses Mal die Favoriten, betonte Torres: "Das sind sie immer. Und sie sind der aktuelle Champion." Dennoch habe man eine Chance: "Uns ist sehr klar, wie wir spielen müssen: mit Demut und Aufopferung. Wir alle sind bereit, haben Lust und Ambitionen. In diesen Partien verändert eine Minute die Runde."

Fußball Champions League Finale Atletico Madrid v Real Madrid (Reuters/C. Recine)

Im letztjährigen Finale der Champions League holte sich Real gegen Atlético den Titel.

Und so werden es die "Colchoneros" ihren Gegnern um Toni Kroos, Cristiano Ronaldo & Co. nicht leicht machen. Real Madrid hat indessen auch in der Liga nur noch Endspiele vor sich: Im Titelkampf liegen die Erzrivalen Real und Barça kurz vor Saisonschluss nach Punkten gleichauf. Real hat ein Spiel weniger und träumt vom ersten Titelgewinn seit 2012.  "Wir wissen, wie stark wir sind", sagt Mittelfeldmann Casemiro, und Trainer Zinédine Zidane befindet: "Wir sind bereit und wissen, was wir zu tun haben."

Von einer Glückssträhne gegen Atlético will er jedoch nichts wissen. "Es bedeutet nichts, dass wir gegen sie in diesem Wettbewerb bereits gewonnen haben." Atlético sei zuletzt "jedes Jahr besser geworden. Sie haben uns immer Schwierigkeiten bereitet und geben nie auf. Sie kämpfen, teilen aus und nutzen ihre Waffen. Aber wir haben auch Waffen".

Real kann zweimal Geschichte schreiben

Auch Real muss auf einen Star verzichten: Stürmer Gareth Bale fällt wegen einer Wadenverletzung aus. Für Real ist es die siebte Halbfinal-Teilnahme in Folge - das ist Rekord in diesem Wettbewerb. Insgesamt erreichten die "Königlichen" zwölf Mal die Runde der letzten Vier - einmal mehr als der FC Barcelona. Als Gruppenzweiter hinter Borussia Dortmund setzte sich Real im Achtelfinale gegen den SSC Neapel durch, im Viertelfinale hatte der FC Bayern München das Nachsehen.

Immer wenn Real das Halbfinale gewann, holte es sich auch den Titel (5x). Allerdings ist es bisher noch keiner Mannschaft gelungen, den Titel zu verteidigen -  und so kann Real gleich zweimal Geschichte schreiben: Als erster Champion seit der Neuschaffung der Königsklasse (1992), der seinen Titel erfolgreich verteidigt, und mit dem ersten Double aus Champions League und Meisterschaft seit 1958. 

Ein bisschen Aberglaube spielt beim von Polizei und UEFA als "Hochrisikospiel" eingestuften Duell übrigens auch mit: Anders als im verloren gegangenen Viertelfinale 2015 hielt Atlético diesmal das Abschlusstraining wie vorgesehen im Estadio Santiago Bernabéu ab.

og/kd (uefa.com, dpa, sid)

 

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