1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Athens Rückkehr an die Finanzmärkte

Erstmals seit Ausbruch der Schuldenkrise vor mehr als vier Jahren wagt sich Griechenland wieder mit einer Anleihe an den Kapitalmarkt. Das Geschäft soll schon am heutigen Donnerstag über die Bühne gehen.

Vier Jahre nach dem ersten Hilferuf an die Europartner kehrt Griechenland wieder an den Kapitalmarkt zurück - schneller als von den meisten Beobachtern erwartet. Die Emission soll zudem unmittelbar bevor stehen und bereits am heutigen Donnerstag (10.04.2014) erfolgen.

Das Athener Finanzministerium teilte bereits am Mittwoch (09.04.2014) mit, dass internationale Banken beauftragt worden seien, die Ausgabe einer Staatsanleihe mit fünfjähriger Laufzeit vorzubereiten. Eine Summe nannte das Ministerium zunächst nicht. Aus Finanzkreisen verlautet aber, Griechenland strebe ein Volumen von 2,5 Milliarden Euro an.

Es ist der erste Verkauf einer länger laufenden Staatsanleihe, seit das Land 2010 mit milliardenschweren Krediten vor der Pleite bewahrt wurde. Griechenland profitiert von der Beruhigung der Euro-Schuldenkrise an den Finanzmärkten. Die Regierung unter Antonis Samaras will mit diesem Schritt noch vor den Europawahlen Erfolge des weiter hoch verschuldeten Eurolandes präsentieren. Investoren auf dem freien Kapitalmarkt reißen sich derzeit um bereits vor Jahren ausgegebene griechische Staatsanleihen. Der Zinssatz für richtungsweisende Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren fiel jetzt erstmals seit Anfang 2010 wieder unter die Marke von sechs Prozent.

Wieder Licht am Konjunkturhorizont

Vor mehr als vier Jahren war Athen immer tiefer in die Schuldenkrise gerutscht, die Finanzmärkte verloren das Vertrauen, die Zinsen für die Schuldenaufnahme stiegen zeitweise auf mehr als 30 Prozent und waren damit für das Land nicht mehr zu bewältigen.

Video ansehen 01:35

Griechisches Comeback?

Fieberhafte Rettungsbemühungen folgten, um ein Ausscheiden aus der Eurozone, das zwischenzeitlich für möglich gehalten wurde, zu verhindern. Griechenland wird seit dem Jahr 2010 mit Hilfskrediten der Europartner und des Internationalen Währungsfonds (IWF) gestützt. Die Hilfspakete summieren sich auf 240 Milliarden Euro.

Erst 2011 einigten sich die Euroländer mit den Banken auf einen drastischen Schuldenschnitt in Athen. Die privaten Gläubiger mussten 2012 auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten. Die Schuldenlast wurde um rund 100 Milliarden Euro gedrückt. Griechenland musste im Gegenzug zu den internationalen Hilfen harte Spar- und Reformauflagen akzeptieren. Inzwischen gibt es in Sachen Konjunktur wieder einen Hoffnungsschimmer: Nach Jahren der Rezession soll die Wirtschaft des Krisenlandes erstmals 2014 wieder ein schmales Wachstum von 0,6 Prozent erzielen.

Bru/kle (dpa, Reuters)

Audio und Video zum Thema