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Aktuell Europa

Athen will Milliarden von Deutschland

Griechenland braucht dringend Geld. Ein Vorschlag zur Abhilfe kommt von Sonderbotschafter Chatzimarkakis. Er fordert von Deutschland Milliardenzahlungen als Entschädigung für Nazi-Verbrechen.

Athens Sonderbotschafter Jorgo Chatzimarkakis hat als Wiedergutmachung für Nazi-Verbrechen deutsche Milliarden für eine griechische Aufbaubank gefordert. Die Frage der Entschädigung sei "von den Vertretern der jeweiligen Bundesregierungen nach 1949 sehr geschickt unter den Teppich gekehrt worden", sagte der frühere FDP-Politiker der "Rheinischen Post". "Warum kann Deutschland nicht als späte Entschädigung eine Finanzspritze für eine neue griechische KfW leisten?", zitierte die Zeitung den Politiker.

Athen geht das Geld aus

Jorgo Chatzimarkakis Europa-Abgeordneter

Jorgo Chatzimarkakis

Die Bundesregierung hat jedoch schon wiederholt betont, sie sehe keinen Grund für neue Forderungen Griechenlands aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Während der fast vierjährigen Besatzung hatte die deutsche Wehrmacht etliche Massaker in Griechenland verübt.

Chatzimarkakis, der sowohl die Staatsbürgerschaft Deutschlands als auch Griechenlands hat, war Ende 2014 von der früheren griechischen Regierung zum Sonderbotschafter ernannt worden, um den Ausstieg Griechenlands aus den Hilfsprogrammen zu begleiten. Die neue Tsipras-Regierung beließ ihn im Amt.

Unterdessen geht der Regierung von Ministerpräsident Alexis

Tsipras offenbar schneller als erwartet das Geld

aus. Tsipras wandte sich mit einer Bitte um Unterstützung an den Präsidenten der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker. Auf die Auszahlung von Rettungshilfen der Europartner muss das klamme Land aber weiter warten. "Wir sind noch einen weiten Weg davon entfernt", sagte ein EU-Verantwortlicher in Brüssel. Die Euro-Finanzminister werden am Montag über die Lage beraten.

Studenten als Steuerfahnder

Im Kampf gegen die grassierende Steuerflucht schlug der griechische Finanzminister Yianis Varoufakis in einem Brief an Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem höchst unkonventionelle Maßnahmen vor. So sollen Tausende ungelernte Helfer, etwa Studenten und Touristen verpflichtet werden. Sie sollen zwei Monate lang mit Kameras Beweise sammeln gegen Betriebe, die Steuern hinterziehen. Oder sie sollen zum Beispiel festhalten, ob Tavernen anders als vorgeschrieben ihren Gästen keine Quittung ausstellen.

pg/as (dpa, rtr)