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Aktuell Europa

Athen will bis zum Schluss um Milliarden pokern

Im Reformpoker mit der Euro-Zone will die griechische Regierung ihr Blatt ausreizen. Aus Athen heißt es, die Verhandlungen mit den Gläubigern würden bis Ende Juni fortgesetzt, solange bis das jetzige Hilfsprogramm ende.

Man werde alle Optionen prüfen, um eine Einigung in der Schuldenfrage zu erzielen, sagte Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis. Dabei seien die Reformvorschläge, die man zuletzt in einem 47-seitigen Papier gemacht habe, "definitiv der Ausgangspunkt". Hinweise darauf, dass sich die Griechen dabei auf die Vorstellungen der Europäischen Union zubewegen, gibt es kaum, im Gegenteil: Die jüngsten Vorschläge der Euro-Zone und des Internationalen Währungsfonds (IWF) hatte Regierungschef Alexis Tsipras vergangene Woche im Parlament als "absurd" zurückgewiesen.

Wieder ein Treffen zwischen Schäuble und Varoufakis

Finanzminister Yanis Varoufakis traf am Montag in Berlin seinen deutschen Kollegen Wolfgang Schäuble. Varoufakis sagte nach dem eineinhalbstündigen Gespräch mit Schäuble, die Unterredung sei produktiv gewesen. Es sei eine schwierige Zeit für die EU und die Euro-Zone und die Pflicht der Politiker, eine Lösung zu finden. Eine Stellungnahme Schäubles im Anschluss an die Unterredung liegt nicht vor.

Treffen der Eurogruppen Finanzminister Michel Sapin

Frankreichs Finanzminister Sapin fürchtet sich nicht mehr vor einem Euro-Austritt Griechenlands

Neue Signale in der Griechenland-Frage kommen aus Frankreich: In den vergangenen Wochen hatte die französische Regierung wiederholt Verständnis für die griechischen Finanzsorgen gezeigt, nun scheint die Drohkulisse eines "Grexit" aus dem Euro für Paris aber offenbar den Schrecken verloren zu haben.

Sapin: Grexit ist politisch ein Problem, wirtschaftlich nicht

"Es wäre kein Drama für uns, wenn Griechenland den Euro verließe", sagte Finanzminister Michel Sapin dem Radiosender RTL: "Aus finanzieller oder ökonomischer Sicht wäre das nicht schwerwiegend." Allerdings wäre ein "Grexit" ein Schlag für das Projekt Europa, räumte Sapin ein.

Auch in der Bundesregierung gibt es Stimmen, die einen Euro-Austritt Griechenlands heute für weitaus besser beherrschbar halten als vor fünf Jahren. Allerdings müsste Bundesfinanzminister Schäuble dann voraussichtlich Milliardenbeträge abschreiben.

Neuwahlen? Nein!

Angesichts der festgefahrenen Verhandlungen zwischen Athen und den Europartnern brachte der griechische Arbeitsminister Panos Skourletis vorgezogene Neuwahlen ins Gespräch. Das Dementi kam aber prompt: Ministerpräsident Tsipras habe deutlich gemacht, dass seine Regierung vier Jahre im Amt bleiben werde, sagte Regierungssprecher Sakellaridis.

In Brüssel steht am Mittwoch ein weiteres Krisentreffen an. Regierungschef Tsipras berät mit Kanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten François Hollande.

haz/wl (rtr, dpa, afp)

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