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Aktuell Welt

Asyl für Assange abgemacht?

Nach Informationen der britischen Zeitung "The Guardian" ist Ecuadors Regierung dazu bereit, dem Wikileaks-Gründer politisches Asyl zu gewähren. Davon will Präsident Correa aber offiziell noch nichts wissen.

Ecuador will dem Wikileaks-Gründer Julian Assange angeblich politisches Asyl gewähren. Das berichtet zumindest die britische Zeitung "The Guardian" unter Berufung auf mehrere Vertreter der Regierung in Quito. Assange befindet sich seit sieben Wochen in der Botschaft Ecuadors in London und lebt dort den Angaben zufolge in einem kleinen Zimmer mit Internetanschluss.

Ecuadors Präsident dementiert

Ecuador bewerte den Asylantrag Assanges als "humanitäre Angelegenheit", zitierte der "Guardian" einen Regierungsvertreter. Es habe bereits Verhandlungen auf diplomatischer Ebene gegeben, bevor Assange am 19. Juni in die Vertretung Ecuadors flüchtete. Die Behörden in Großbritannien und Schweden seien bei den Gesprächen jedoch nicht besonders kooperativ gewesen, hieß es weiter.

Ecuadors Präsident Rafael Correa (Foto: picture-alliance/dpa)

Ecuadors Präsident Rafael Correa

Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa wies die Meldung des "Guardian" kurz daraufhin jedoch zurück und schrieb im Internetdienst Twitter, bislang sei keine Entscheidung gefallen. Er warte noch auf einen Bericht des Außenministeriums. Am Montagabend (Ortszeit) hatte Correa in einem Interview des Fernsehsenders ECTV gesagt, er erwarte, dass die Diplomaten in der Botschaft spätestens am Mittwoch zum Asylantrag Assanges ein Treffen abhielten.

Angst vor Auslieferung an die USA

Es ist aber unklar, ob der Wikileaks-Gründer bei einer Genehmigung auch tatsächlich ausreisen darf. Vor dem Botschaftsgebäude warten britische Polizisten darauf, den 41 Jahre alten Australier festzunehmen, da er mit seiner Flucht in die Vertretung gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen hat.

Assange soll von Großbritannien an Schweden ausgeliefert werden, wo ihm Sexualdelikte zur Last gelegt werden. Er fürchtet letztlich aber, an die USA ausgeliefert und dort wegen der brisanten Enthüllungen durch sein Internetportal Wikileaks verfolgt zu werden. Wikileaks hatte tausende Depeschen öffentlich gemacht, die die Rolle der USA in verschiedenen internationalen Konflikten, unter anderem in Afghanistan und im Irak, beleuchteten. Correa hatte gesagt, allein die Möglichkeit, dass Assange in den USA zum Tode verurteilt werden könnte, sei für seine Regierung ein Grund, ihm Asyl zu gewähren.

sti/se (afp dpa)

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