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Wissen & Umwelt

Asteroid schrammt an der Erde vorbei

Noch nie flog ein Gesteinsbrocken aus dem All so nah an uns vorbei. Näher als Satelliten und näher als der Mond. Bis auf 27.800 Kilometer kam 2012 DA14 heran, dann entfernte er sich wieder. Gefährlich war es nicht!

Ein von der NASA-Sonde Dawn aufgenommenes Bild zeigt die Oberflaeche des Asteroiden Vesta (Foto vom 23.07.11). Die Aufnahme ist aus einer Entfernung von rund 5.200 Kilometern entstanden. Das Max-Planck-Institut fuer Sonnensystemforschung wird am Montagabend (01.08.11) in Berlin erste Erkenntnise, die aus den hochaufloesenden Bildern des Asteroiden gewonnen wurden, bekannt geben. (zu dapd-Text) Foto: JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/NASA/dapd

Asteroid Vesta

Seit rund einem Jahr hatten Astronomen den Asteroiden 2012 DA14 im Blick. Zu diesem Zeitpunkt war er noch rund vier Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Schon damals gaben Experten der US-Raumfahrtbehörde NASA Entwarnung: Ein Einschlag auf der Erde sei ausgeschlossen.

Und auch, dass der Asteroid im Anflug die Bahn von Satelliten kreuzt, hielten die Wissenschaftler für extrem unwahrscheinlich. Sie behielten recht. Passiert ist nichts. 2012 DA14 flog friedlich durch die Sternbilder Jungfrau und Haar der Berenike.

Am besten beobachten konnten ihn die Menschen in Asien, Australien und Osteuropa. Das war schon mit einem Fernglas möglich - vorausgesetzt, das Wetter spielte mit und der Himmel war klar.

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Die voraussichtliche Flugbahn des Asteroiden 2012 DA14 - um etwa 20.30 Uhr MEZ (19.30 Uhr UTC) soll er der Erde am nächsten sein

Bereits Anfang des Jahres hatte die Erde eine Begegnung mit einem Asteroiden namens Apophis überstanden. Beide Himmelskörper machen aber deutlich, dass die Erde ständig der Gefahr eines kosmischen Bombardements ausgesetzt ist. Deshalb arbeiten die NASA und Europas Weltraumorganisation ESA 2013 daran, die Überwachungssysteme auszubauen, die gefährliche Kandidaten im All erkennen können und mögliche Abwehrmissionen einleiten. Ein Asteroid in der Größenordnung von 2012 DA14 kommt statistisch gesehen allerdings nur alle 40 Jahre der Erde so nahe und trifft sie gerade einmal alle 1200 Jahre.

Große Kometen im März und November

Der nächste Asteroidenbesuch dieser Art wird demnach noch eine Weile auf sich warten lassen, dafür kommt schon im kommenden Monat der nächste unerwartete Gast aus den Tiefen des Sonnensystems in Richtung Erde. Im März zeigt sich der Komet Panstarrs. Das automatische Panstarrs-Teleskopsystem auf Hawaii hat den Eisbrocken im März 2011 entdeckt. Am 10. März 2013 erreicht er seine engste Annäherung an die Sonne und kommt dabei der Erde näher als Merkur, der innerste der acht Planeten. Nach der Sonnenpassage zieht Panstarrs durch die Sternbilder Fische und Andromeda und ist für Beobachter auf der Nordhalbkugel perfekt positioniert.

Komet (Foto: dpa)

2013 wird ein Kometenjahr

Nach Modellrechnungen sollte der Komet dann gut mit bloßem Auge zu sehen sein und über einen auffälligen Schweif verfügen. Allerdings sind Helligkeitsprognosen bei Kometen stets sehr schwierig. Kometenkerne sind nämlich nur wenige Kilometer groß und bestehen aus Eis, kleinen Steinchen und viel Staub. Entscheidend für das Aussehen des Kometen ist, wie viel Eis verdampft und welche Staubmengen es mitreißt. Das ist bei jedem Kometen etwas unterschiedlich und lässt sich daher nur grob modellieren. Doch die Chancen stehen gut, nach dem Kometen Hale-Bopp vor genau 15 Jahren endlich wieder einen großen Kometen am Himmel bestaunen zu können.

Und nicht nur einen: Komet ISON könnte zu Beginn der Adventszeit 2013 noch viel eindrucksvoller werden als Panstarrs im Frühjahr. Dieser Eiskörper, entdeckt im September 2012 von der ISON-Sternwarte im Kaukasus aus, zieht am 28. November in nur zwei Millionen Kilometern Abstand um die Sonne herum. Dabei dürften große Mengen Eis und Staub regelrecht aufgekocht werden. Aller Voraussicht nach ist der Komet dann als strahlend helles Objekt knapp neben der Sonne am blauen Tageshimmel zu sehen. Sollte er die enge Begegnung mit der Sonne überleben, erscheint er in der Weihnachtszeit prachtvoll am Nachthimmel.

Enttäuschung bei den Finsternissen

Eine Sonnenfinsternis (Foto: Paul Morley/Fotolia)

Die Sonnenfinsternis: Schauspiel für Himmelsbeobachter im Herzen Afrikas

Wo viel Licht ist, entsteht in der Regel auch viel Schatten - doch diese Weisheit gilt am Himmel im Jahr 2013 leider nicht. Denn die kosmischen Schattenspiele, Finsternisse von Sonne und Mond, verlaufen recht dürftig. Am 25. April streift der Vollmond den Kernschatten der Erde; nur gut ein Prozent der Vollmondscheibe wird verfinstert. Dieses Ereignis ist von Europa, Afrika, großen Teilen Asiens und Australiens aus zu sehen.

Eine ringförmige Sonnenfinsternis am 9. und 10. Mai bekommen Himmelsbeobachter zu Gesicht, die sich in Australien, Indonesien oder im Zentralpazifik aufhalten. Am 3. November kommt es zur einzigen totalen Sonnenfinsternis des Jahres. Die maximal 57 Kilometer breite Zone der totalen Dunkelheit verläuft größtenteils durch den Atlantik, streicht aber auch über Gabun, Kongo, Uganda und Kenia. In Teilen ist diese Finsternis in ganz Afrika, im äußersten Osten der USA, im Norden Südamerikas, in Südeuropa und auf der arabischen Halbinsel zu verfolgen.

Europas Magnetfeld-Satelliten starten endlich

Der europäische Raumfahrt-Höhepunkt wird der Start der drei Swarm-Satelliten im April werden. Die von der Firma Astrium in Friedrichshafen gebauten Satelliten sollen das Magnetfeld der Erde so genau erforschen wie nie zuvor. Mit der Swarm-Mission festigt die ESA ihre weltweit führende Stellung in der wissenschaftlichen Erdbeobachtung. Die Magnetfeld-Sonden sind seit fast einem Jahr fertig, doch wegen Problemen mit der russischen Trägerrakete wurde der Start mehrfach verschoben. 2013 sollen nun endlich ihre Messungen in 500 Kilometern Höhe beginnen.

Zwei SWARM-Satelliten umkreisen den Erdball (Grafik: ESA–P. Carril)

Die SWARM-Satelliten der ESA gehen den Geheimnissen des Magnetfeldes auf den Grund

In der Internationalen Raumstation geht im neuen Jahr der Routinebetrieb weiter. Ab Mai soll mit Luca Parmitano wieder ein ESA-Astronaut in den Außenposten in der Umlaufbahn einziehen und ein halbes Jahr lang Experimente im Raumlabor Columbus durchführen. Gut ein Jahr nach ihm reist dann der deutsche Astronaut Alexander Gerst in den Weltraum. China plant ebenfalls einen weiteren bemannten Flug zu seiner kleinen Station Tiangong. Auf politischer Ebene dürften sich 2013 die Kontakte intensivieren, um China womöglich doch noch zum ISS-Partner zu machen. Bisher lehnen die USA dies kategorisch ab.

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