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Aktuell Welt

Assange auf dem Balkon

Der Mann kämpft weiter: Julian Assange, der längst nicht mehr mit seiner Enthüllungsplattform Wikileaks Schlagzeilen macht, hat sich von seinem Unterschlupf aus geäußert - eine Erklärung auf dem Balkon der Botschaft.

Schon Stunden vor der erwarteten Erklärung von Julan Assange versammelten sich Medienvertreter vor der ecuadorianischen Botschaft in London. Einige Agenturen meldeten, Assange sei kompromissbereit, andere sprachen davon, er sei in "Kampfstimmung". Am Nachmittag trat der Wikileaks-Gründer dann auf einen kleinen Balkon der diplomatischen Vertretung. Britische Polizisten, die Assange auf der Straße hätten sofort festnehmen sollen, standen ungerührt unter dem Balkon und überwachten die Szenerie.

Medienrummel vor der Botschaft Foto: dapd

Großer Auflauf vor der Botschaft

Assange, den die britischen Behörden nach Schweden ausliefern wollen und der sich deshalb vor zwei Monaten in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet hatte, gab sich dann in der Tat kämpferisch. Er dankte der Regierung von Ecuador, ihm Asyl zu gewähren. Die USA forderte der Wikileaks-Chef auf, die Verfolgung der Internet-Plattform sowie ihrer Informanten aufzugeben. Der 41-Jährige sprach wörtlich von einer Hexenjagd.

Enttäuscht wurde, wer sich Informationen über das weitere Schicksal von Assange selbst versprochen hatte. Darauf ging der Wikileaks-Gründer in seiner Erklärung nicht ein. In Medienberichten wurde spekuliert, Assange könne sich mit dem Gedanken einer Auslieferung an Schweden anfreunden unter der Voraussetzung, dass er dann nicht weiter an die USA ausgeliefert werde.

Der Zorn Washingtons

In Schweden muss sich Assange wegen möglicher Sexualdelikte verantworten. Den Zorn der US-Regierung hat er 2010 auf sich gezogen, als Wikileaks Hunderttausende geheime Dokumente über den Krieg im Irak und in Afghanistan sowie vertrauliche Diplomatendepeschen veröffentlichte.

Video ansehen 00:34

OAS beruft wegen Assange Dringlichkeitssitzung ein (18.08.2012)

Dass der Australier nicht klein beigeben will, machte in London auch sein Anwalt Baltasar Garzón deutlich. Assange habe seine Verteidiger beauftragt, einen juristischen Schritt zu vollziehen, "um die Rechte von Wikileaks, von Julian selber und allen, gegen die derzeit ermittelt wird, zu schützen". Was immer das auch heißen mag. Denn weitere Einzelheiten nannte der Rechtsanwalt nicht.

ml/uh (dpa, dapd, rtr)

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