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Bürgerkrieg in Syrien

Assads Truppen nehmen Altstadt von Aleppo ein

Der Widerstand der Rebellen in der umkämpften nordsyrischen Metropole bricht immer mehr zusammen: Regierungstruppen haben die gesamte Altstadt unter ihre Kontrolle gebracht. Dies melden auch oppositionsnahe Stellen.

Die Rebellen waren laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zu einem Rückzug aus der Altstadt gezwungen, weil sie Gefahr liefen eingekesselt zu werden. Bereits am Dienstag hatten die Armee und ihre Verbündeten das strategisch wichtige Viertel Al-Schaar eingenommen. Seit dem Beginn der Offensive der Regierungstruppen und ihrer Verbündeten im November haben die Rebellen nach Angaben der in London ansässigen Beobachtungsstelle mehr als 70 Prozent ihres bisherigen Gebiets in Ost-Aleppo verloren.

Rebellen fordern sofortige fünftägige Feuerpause

Die frühere Handelsmetropole zählt im fast sechs Jahre dauernden syrischen Bürgerkrieg zu den am heftigsten umkämpften Gebieten. Die Gefechte und Luftangriffe haben eine Massenflucht in Ost-Aleppo ausgelöst. Die Menschenrechtsbeobachter erklärten, seit Mitte November hätten rund 80.000 Menschen ihre Häuser in den Rebellengebieten verlassen.

Die Rebellenmilizen forderten eine sofortige fünftägige Waffenruhe für die Großstadt. Zudem müssten Zivilisten in Sicherheit gebracht werden, verlangten die Rebellen in einer Erklärung weiter. Erst wenn sich die humanitäre Lage verbessert habe, könne über eine Zukunft Aleppos verhandelt werden, Aus Regierungskreisen hieß es, es gebe bereits Verhandlungen der syrischen und russischen Armee mit Rebellen über einen Abzug der oppositionellen Milizen aus Aleppo. Damaskus will einer neuen Waffenruhe erst zustimmen, wenn die bewaffneten Regimegegner Aleppo verlassen haben. Mit einem Fall Ost-Aleppos würden die Rebellen ihre letzte urbane Hochburg verlieren. Für Präsident Baschar al-Assad wäre die Einnahme von großer strategischer Bedeutung. Sie könnte einen Wendepunkt in dem Bürgerkrieg bringen.

Syrien Aleppo (Getty Images/AFP/Y. Karwashan)

Blick auf einen - bislang - von den Rebellen gehaltenen Stadtteil im Osten Aleppos

Russischer Offizier und zwei türkischen Soldaten getötet

Im Westen der Großstadt wurde ein russischer Militärberater getötet. Der Offizier sei bei Artilleriefeuer auf ein Wohnviertel schwer verletzt worden und später gestorben, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau der Agentur Tass zufolge mit. Ärzte hätten mehrere Tage um sein Leben gekämpft. Erst am Montag waren bei Beschuss eines Feldlazaretts in Aleppo eine russische Ärztin und eine Helferin getötet worden. Die russischen Streitkräfte unterstützen die Offensive der syrischen Armee auf Ost-Aleppo.

Bei einem Autobombenanschlag ebenfalls im Norden Syriens starben zwei türkische Soldaten, fünf erlitten Verletzungen. Der Angriff habe sich nahe der Stadt Al Bab an der Grenze zur Türkei ereignet, berichtete der private Fernsehsender NTV. Dort unterstützen türkische Soldaten syrische Rebellen im Kampf gegen die Dschihadisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS), die das strategisch wichtige Al Bab hält. Wer für den Anschlag verantwortlich war, blieb zunächst unklar. Die Türkei führt seit Ende August zusammen mit syrischen Rebellen eine Offensive gegen den IS in Nordsyrien. Die von Ankara unterstützten Kämpfer eroberten seitdem die Stadt Dscharablus, Al Rai und vor allem Dabik vom IS zurück. Im schon wochenlangen Kampf um Al Bab mussten die türkischen Sicherheitskräfte jedoch bereits einige Verluste hinnehmen.

Israel attackiert Flughafen am Stadtrand von Damaskus 

Israel hat nach Angaben der syrischen Regierung einen Militärflughafen am Stadtrand von Damaskus angegriffen. In der Umgebung des Geländes seien mehrere Raketen eingeschlagen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf eine nicht näher genannte Militärquelle. Demnach brach ein Feuer aus, Verletzte gab es jedoch nicht. Der "israelische Feind" wolle damit "Terror-Organisationen unterstützen", hieß es weiter. Ein Sprecherin der israelischen Armee wollte zu dem Vorfall keinen Kommentar abgeben. Israels Luftwaffe hat bereits mehrfach Ziele in Syrien angegriffen. Laut Beobachtern könnten die Angriffe auch der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah gelten, die die syrische Regierung im Bürgerkrieg unterstützt.

sti/mak (afp, ape, dpa, rtr)

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