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Syrien-Krieg

Assads Armee rückt im Osten Aleppos offenbar weiter vor

Einheiten von Machthaber Baschar al-Assad rücken im Osten Aleppos immer weiter vor. Der Widerstand der Rebellen scheint zusammenzubrechen. Tausende Menschen sollen bereits vor den Kämpfen geflohen sein.

Bei ihrer Offensive in Aleppo hat die syrische Armee nach Angaben von Aktivisten einen großen Stadtteil im Südosten eingenommen. Die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad hätten das Stadtviertel Scheich Said erobert, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Beobachtungsstelle geht davon aus, dass die Regierungstruppen über 90 Prozent der früheren Rebellenregion im Ostteil der Stadt kontrollieren. Die Organisation hat ihren Sitz in Großbritannien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite schwer zu überprüfen. Ein Sprecher der Rebellengruppe Dschabha Schamija sagte, in Aleppo kontrollierten die Aufständischen nur noch ein kleines Gebiet im Ostteil der Stadt.

Zivilisten verlassen den Osten von Aleppo (Foto: Getty Images/AFP/G. Ourfalian)

Sie fliehen vor der Gewalt im Osten Aleppos

Zivilisten fliehen - aber wie viele? 

Das monatelang umkämpfte Aleppo war bis vor kurzem in einen von der Regierung kontrollierten Westen und einen von Aufständischen gehaltenen Osten geteilt. Mitte November startete die Armee von Machthaber Assad eine Großoffensive, um Aleppo vollständig zurückzuerobern. In Scheich Said hatten sich Regierungstruppen und Rebellen nach Angaben der Beobachtungsstelle seit Sonntagnachmittag heftige Gefechte geliefert. Bereits in der Nacht zum Sonntag sollen nach russischen Angaben mehr als 10.000 Menschen aus den Rebellenvierteln im Südosten Aleppos geflohen sein. Zudem berichtet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau, dass über 700 Rebellen innerhalb 24 Stunden ihre Waffen niedergelegt haben. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte dagegen, Hunderte Zivilisten seien geflüchtet. Rebellen hätten sich aber nicht ergeben.

Widerstand der Aufständischen bröckelt

Die Lage in Aleppo bleibt weiter undurchsichtig. Auch gibt es widersprüchliche Angaben über mögliche Fluchtkorridore für Zivilisten und Aufständische. Nach Angaben von Rebellenvertretern haben die USA und Russland ihnen den freien und ehrenhaften Abzug der Kämpfer, ihrer Familien und anderer Zivilisten vorgeschlagen. Die Rebellengruppen in Aleppo hätten allerdings noch nicht auf den Vorschlag reagiert, hieß es.

Dem widersprach jedoch der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow. Rjabkow wird von der Nachrichtenagentur RIA dazu mit den Worten zitiert: "Was westliche Agenturen berichten, hat nicht unbedingt was mit der Realität zu tun." Russland arbeite daran, die Bedingungen dafür zu schaffen, dass die Menschen Aleppo sicher verlassen könnten. "Der Abzug der Kämpfer ist Gegenstand anderer Vereinbarungen", sagte er. Und die seien bislang nicht erreicht worden, "vor allem weil die USA auf inakzeptablen Bedingungen beharren", sagte Rjabkow. Die Gespräche zwischen Experten beider Staaten in Genf würden aber weitergehen. Am Samstag trafen sich Militärexperten und Diplomaten Russlands und der USA in Genf, um über die Lage in Syrien - insbesondere Aleppo - zu beraten. Bei einer Syrien-Konferenz in Paris am Wochenende hatte US-Außenminister John Kerry hatte der Führung in Damaskus Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Aleppo vorgeworfen. Die Teilnehmer des Treffens, darunter auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), forderten mit Nachdruck eine Feuerpause und humanitäre Korridore zum Abzug der notleidenden Menschen aus dem Ostteil der Stadt. 

 

pab/as (afp, rtrd)

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