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Aktuell Nahost

Assad will den Sieg

Die Kämpfe in der syrischen Metropole Aleppo gehen mit unverminderter Härte weiter. Regierungstruppen und Rebellen reklamieren Geländegewinne. Jetzt bekam Präsident Assad Unterstützung aus dem Iran.

Seine Regierung werde weiter mit aller Härte gegen die Aufständischen vorgehen, zitiert die amtliche Nachrichtenagentur Sana Präsident Baschar al-Assad. Das syrische Volk und seine Regierung seien entschlossen, das Land von Terroristen zu säubern und den Terrorismus ohne Einhalt zu bekämpfen.

Unterstützung erhielt Assad, der in den vergangenen Tagen weitere enge Mitstreiter an die Opposition verlor, vom Iran. Der iranische Spitzenpolitiker Said Dschalili erklärte bei einem Besuch in Damaskus, sein Land werde nicht zulassen, das irgendwer die "Achse des Widerstandes" zerbricht. Darunter versteht die Führung in Teheran die Israel-feindlichen Kräfte in der Region, zu denen neben dem Iran selbst und Syrien unter Assad auch die schiitische Hisbollah-Bewegung im Libanon und die radikal-islamische Hamas im palästinensischen Gazastreifen gehören.

Geiselfrage weiter ungeklärt

Video ansehen 01:46

Syrien: Assad empfängt iranische Gesandte

Daschalili, der Beauftragte des geistlichen Oberhaupts des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, beriet in Damaskus auch das Schicksal der 48 in Syrien verschleppten iranischen Pilger. Sein Land werde alle zu Gebote stehenden Mittel einsetzen, um die Geiseln freizubekommen, sagte er. In gleicher Sache reiste der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi in die Türkei, um dort mit seinem türkischen Kollegen Ahmet Davutoglu zu beraten. Die Türkei habe gute Beziehungen zu den Aufständischen und könne bei der Freilassung gute Dienste leisten, sagte Salehi bei seiner Ankunft in Ankara.

Die Geiselnehmer erklärten, es handle sich um Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden, die gekommen seien, um für Assad zu kämpfen. Teheran weist dies vehement zurück.

Mobilisierung auf beiden Seiten

Unterdessen gingen die Kämpfe mit unveränderter Härte weiter. Immer mehr Menschen fliehen aus der Stadt im Norden des Landes. Allein am Dienstag seien mehr als 1300 Menschen über die Grenze gekommen, sagte ein türkischer Regierungsvertreter.

Nach Angaben von Augenzeugen zog die Armee beträchtliche Truppenkontingente und eine große Zahl von Geschützen rund um die Stadt zusammen. Die Aufständischen selbst rechnen mit einer weiteren Großoffensive. In früheren Angriffswellen während der seit mehr als zwei Wochen andauernden Schlacht um Aleppo hatten sich die Regierungssoldaten allerdings trotz waffentechnischer Überlegenheit nicht durchsetzen können. Vielmehr verbuchten die Rebellen Geländegewinne. Außerdem haben sie offenbar vermehrt Zugang auch zu schweren Waffen.

Kämpfer der Freien Syrischen Armee in Aleppo (Foto: Reuters)

Gekämpft wird in Aleppo um jeden Meter

Die Oppositionellen eroberten nach eigenen Angaben einen strategisch wichtigen Armee-Kontrollpunkt. Damit sollen sie nun eine Verbindung zwischen den von ihnen beherrschten Gebieten im Nordosten und im Zentrum der Stadt hergestellt haben. Auch die oppositionelle Freie Syrische Armee soll Nachschub in die Stadt geschafft haben. Unabhängige Bestätigungen für die Berichte gibt es nicht.

Bei einem Überfall auf Beschäftigte eines Kraftwerks in Dschandar nahe der Protesthochburg Homs wurden mindestens 16 Menschen getötet. Unter den Toten seien sechs Christen, sechs Alawiten und vier Sunniten, hieß es. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London machte Aufständische für den Überfall verantwortlich.

Eine neue Sitzung des UN-Sicherheitsrats ?

Nach Angaben von Diplomaten soll der UN-Sicherheitsrat Ende des Monats zu einer Sondersitzung über die Lage in Syrien zusammenkommen. Das Treffen sei auf Initiative Frankreichs anberaumt worden, das derzeit den Vorsitz des höchsten UN-Gremiums innehat, hieß es am Dienstag bei den Vereinten Nationen in New York. Eine offizielle Bestätigung für die Sondersitzung gibt es nicht.

Syrien UN Sicherheitsrat (Foto: DAPD)

Soll auf Antrag Frankreichs zusammenkommen: Der UN-Sicherheitsrat

Unklar ist zudem, ob Russland und China ihre Minister entsenden werden. Beide Länder haben bereits dreimal Resolutionen des Sicherheitsrates durch ihr Veto blockiert, in denen der syrischen Führung Sanktionen angedroht werden sollten.

US-Außenministerin Hillary Clinton rief angesichts der dramatischen Lage in Syrien zu einem verstärkten Nachdenken über die Zeit nach Assad auf. Die USA und andere Nationen müssten dafür sorgen, dass die staatlichen Institutionen in Syrien intakt blieben, wenn Assad die Macht verliere, sagte Clinton während eines Besuchs in Südafrika.

gmf/fw (afp, dapd, dpa, rtr)

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