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Welt

Assad und die neue Welle der Gewalt

Kein Ende der Gewalt in Syrien: Bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Deserteuren sind Oppositionellen zufolge mehr als 40 Menschen umgekommen. Syriens Präsident Assad setzt wohl weiter auf die Sprache der Waffen.

Proteste im syrischen Hama am 28. Oktober

Szene aus einem Video: Proteste im syrischen Hama

Wie schon so oft in den vergangenen Monaten, kamen die Informationen über das Geschehen in Syrien nicht direkt von dort, sondern aus London. Dort ist die syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte ansässig, die das Geschehen in der Heimat verfolgt. Und die jüngsten Nachrichten sind nicht gerade ermutigend.

Armee gegen Deserteure

So sollen bei schweren Kämpfen zwischen syrischen Soldaten und Deserteuren der Armee nach Angaben der Menschenrechtsaktivisten am Samstag (29.10.2011) mehr als 40 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden sein. In der Protesthochburg Homs und in der nordwestlichen Provinz Idleb habe es heftige Zusammenstöße gegeben.

Syrische Panzer in Homs - eine Aufnahme aus dem August

Panzer in Homs

In Homs im Zentrum des Landes war es bereits in der Nacht zuvor zu schweren Zusammenstößen zwischen Soldaten und Deserteuren gekommen, bei denen mindestens 17 Menschen getötet wurden. Im Laufe des Samstags kamen dann erneut mindestens 20 Soldaten ums Leben, mehr als 50 weitere wurden verletzt. Auch Zivilisten sollen unter den Opfern sein.

In der Provinz Idleb griffen Deserteure den Angaben zufolge aus einem Hinterhalt einen Bus mit Soldaten an. Bei dem Angriff wurden demnach zehn Sicherheitskräfte und ein Soldat getötet, der sich der Protestbewegung angeschlossen hatte.

Ruf nach internationaler Hilfe

Bereits am vergangenen Freitag hatte Syrien einen der blutigsten Tage seit Wochen erlebt. Bei Protesten nach den Freitagsgebeten wurden im ganzen Land Menschen getötet oder verletzt. Die Demonstranten hatten nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP die internationale Gemeinschaft aufgerufen, nach dem Vorbild Libyens auch in Syrien eine Flugverbotszone durchzusetzen, um Zivilisten vor den Übergriffen der Sicherheitskräfte zu schützen.

Der syrische Präsident Assad (Foto: dapd)

Syriens Staatschef Assad

In ungewohnt scharfen Worten verurteilte eine Delegation der Arabischen Liga die "anhaltende Tötung von Zivilisten". Die Staatengruppe rief Präsident Baschar el Assad dazu auf, sich für den Schutz der Zivilbevölkerung einzusetzen. Das Komitee hatte Assad erst wenige Tage zuvor in Damaskus getroffen. Am Sonntag wollte es in Katar mit syrischen Regierungsvertretern zusammenkommen, um einen Ausweg aus der Krise zu suchen. Katar hat derzeit die Präsidentschaft der Arabischen Liga inne.

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte erneut ein sofortiges Ende der Militäreinsätze gegen Zivilisten. Ban verlange zudem die Freilassung politischer Gefangener sowie all derjenigen, die wegen ihrer Teilnahme an den Protesten inhaftiert seien, erklärte ein Sprecher der Vereinten Nationen. Seit Beginn der Proteste gegen Assad Mitte März starben nach Angaben der UNO bereits mehr als 3000 Menschen.

Präsident Assad warnte den Westen derweil erneut davor, sich in die inneren Angelegenheiten seines Lanes einzumischen. Syrien sei anders als die anderen Staaten in der Region, die vom Arabischen Frühling erfasst worden seien. Ein Eingreifen des Westens in Syrien würde ein Erdbeben auslösen, warnte Assad.

Autor: Marko Langer (mit AFP, rtr)
Redaktion: Rainer Esser

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