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Syrien-Krieg

Assad sucht militärische Entscheidung

Im Kampf um die frühere Handelsmetropole Aleppo rücken Regierungstruppen in einem Schlüsselbezirk weiter vor. Mit einer neuen Einheit aus Freiwilligen soll der Kampf gegen sämtliche "Terroristen" im Land forciert werden.

Syrien Angriffe auf Alleppo (Getty Images/AFP/G. Ourfalian)

Syrische Truppen ziehen den Belagerungsring um den von Rebellen gehaltenen Ostteil Aleppos enger

Die neue Einheit aus Freiwilligen soll an der Seite der Armee und ihren Verbündeten den Kampf aufnehmen, um dem Terror ein Ende zu bereiten, wie ein Sprecher der syrischen Streitkräfte es formulierte. Die politische Führung in Damaskus bezeichnet alle Aufständischen im Land als Terroristen, die Machthaber Baschar al-Assad mit Gewalt stürzen wollen.

Der UN-Sonderbeauftragte für Syrien, Staffan di Mistura, warnte in Berlin davor, dass Assad eine militärische Entscheidung vor dem 20. Januar anstreben könnte. Dann übergibt US-Präsident Barack Obama seinen Posten an Nachfolger Donald Trump. Sollte sich Trump an seine Ankündigung halten, vor allem die islamistische Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bekämpfen zu wollen, gebe es danach die Chance auf ein gemeinsames amerikanisch-russisches Vorgehen in Syrien, machte de Mistura bei einer Veranstaltung der SPD-Bundestagsfraktion deutlich.

Streitkräfte rücken weiter vor 

Die syrische Luftwaffe flog am Dienstag wieder massive Luftangriffe auf den von Rebellen gehaltenen Ostteil Aleppos. Dabei wurden sowohl Fassbomben als auch möglicherweise Behälter mit Chlorgas abgeworfen, wie die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Parallel dazu rückten Bodentruppen weiter im östlichen Schlüsselbezirk Masakin Hanano vor. Die Truppen sollen inzwischen ein Drittel des Bezirks kontrollieren. Sollte ihnen die Einnahme des gesamten Bezirks gelingen, könnten sie den Rebellen wichtige Verbindungswege abschneiden, erklärte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Masakin Hanano war der erste Bezirk Aleppos, der 2012 in die Hand der Rebellen fiel.

Im Osten Aleppos sind unter erbärmlichsten Bedingungen nach wie vor etwa 270.000 Zivilisten eingeschlossen. Rebellen sollen sie mit allen Mitteln daran hindern, den belagerten Stadtteil zu verlassen. So sei es 100 Familien nicht erlaubt worden, in Gebiete zu flüchten, die von Kurden kontrolliert werden, berichteten Aktivisten. Von unabhängiger Seite sind die Angaben nicht zu überprüfen. 

Hilfskonvoi in Rastan angekommen

Ein UN-Hilfskonvoi brachte derweil Wasser, Lebensmittel und Medikamente zu den Bewohnern der von Rebellen kontrollierten syrischen Stadt Rastan. Der gemeinsame Konvoi von UN-Organisationen, Rotem Kreuz und syrischem Roten Halbmond konnte nach dem Einverständnis der Konfliktparteien die Frontlinie überqueren, wie UN-Sprecher Stéphane Dujarric in New York mitteilte. Die Lieferung soll den mehr als 107.000 Menschen zugute kommen, die in Rastan und umliegenden Dörfern leben.

Seit Juli ist der Zugang in die Gegend von Rastan in der zentralsyrischen Provinz Homs schwierig. Laut Dujarric hatte den ganzen November über noch kein Hilfskonvoi die Frontlinie überqueren können. Der nun eingetroffene Konvoi sei erst der vierte seit Jahresbeginn. Aber bislang sei erst ein kleiner Teil der Bedürftigen erreicht worden.

Im Bürgerkriegsland Syrien leben sechs Millionen Menschen in schwer zugänglichen Gebieten. Eine Million davon leben in gänzlich belagerten Städten und Dörfern, wie UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien am Montag mitgeteilt hatte. Laut O'Brien verweigerten syrische Soldaten oder regierungstreue Kräfte an Straßensperren bereits mehrmals Hilfskonvois die Durchfahrt. Neben fehlenden Genehmigungen hindern auch Kampfhandlungen die Hilfsorganisationen daran, zu den Bedürftigen zu gelangen.

se/nin/kle (afp, dpa, rtr)

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