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Das Ende einer verheerenden Schlacht

Assad-Regime: "Aleppo wieder vollständig in unserer Hand"

Die Evakuierung der Rebellengebiete in der syrischen Großstadt sei abgeschlossen, melden Staatsmedien und Aktivisten. Die Truppen von Staatschef Assad haben erstmals seit 2012 wieder die volle Kontrolle.

Über der gesamten Stadt, oft nur noch über Trümmern und Ruinen, werden in Kürze die Fahnen der syrischen Armee und ihrer schiitischen Söldner wehen. Die letzten Zivilisten und Kämpfer hätten die verbliebenen Rebellengebiete der lange umkämpften nordsyrischen Metropole Aleppo verlassen, berichten übereinstimmend regierungstreue Medien und aus dem Londoner Exil die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte unter Berufung auf Aktivisten vor Ort. 

Triumph Assads und seiner Verbündeten 

Die Truppen des Präsidenten Baschar al-Assad meldeten die vollständige Rückeroberung der zweitgrößten Stadt des Landes. Man sei dabei, in die zuletzt noch von oppositionellen Milizen kontrollierten Viertel einzumarschieren, hieß es aus Damaskus. In einer Live-Übertragung des regierungstreuen Kanals Al-Mayadeen waren Freudenschüsse zu hören. Das Oberkommando der syrischen Armee verkündete pathetisch, durch die "Opfer der tapferen Streitkräfte und der verbündeten Einheiten" sei "nach der Befreiung Aleppos von Terrorismus und Terroristen" die Sicherheit in die Stadt zurückgekehrt.

Wenn die regimetreuen Kräfte in die bisherigen Rebellengebiete vorgerückt sind, ist Aleppo das erste Mal seit 2012 wieder vollständig unter Kontrolle Assads und seiner Alliierten. Aleppo gehörte im fast sechs Jahre dauernden Bürgerkrieg zu den am stärksten umkämpften Gebieten. Beobachter sprechen vom bislang größten militärischen Erfolg Assads, den viele im Westen schon abgeschrieben hatten.   

Syrien Aleppo Evakuierung (Reuters/Sana)

Letzte Zivilisten und Rebellen werden aus Aleppo herausgebracht

Nach Angaben der Vereinten Nationen haben seit dem Beginn der Evakuierung vor einer Woche mindestens 35.000 Menschen Ost-Aleppo verlassen. Die gewöhnlich gut informierte Beobachtungsstelle berichtet dagegen von maximal 27.000 Menschen, darunter 7000 Rebellen. Sie wurden in Gebiete unter Kontrolle von Rebellen südwestlich von Aleppo gebracht.

Der Krieg geht weiter 

Video ansehen 03:31

Krieg in Syrien - Interview Markus Kaim, Stiftung Wissenschaft und Politik

Mit dem Ende der Kämpfe in Aleppo ist der Bürgerkrieg in Syrien nicht zu Ende. Das Land ist weiter in Herrschaftsgebiete der Regierung, der Kurden, diverser Rebellen und der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) unterteilt. Türkische Truppen und verbündete Milizen rücken in blutigen Kämpfen gegen den IS und gegen die Kurden vor. Ein US-geführtes Bündnis fliegt Angriffe gegen die Extremisten.

In den vergangenen Wochen hatten die syrische Armee und ihre kampfstarken Unterstützer aus Iran, Irak, dem Libanon und anderen Ländern den allergrößten Teil der von oppositionellen Milizen beherrschten Viertel Aleppos eingenommen. Regierung und Regimegegner einigten sich daraufhin auf den Abzug der Kämpfer und Zivilisten aus den letzten Rebellengebieten - die Evakuierung wurde wegen Unstimmigkeiten jedoch mehrfach ausgesetzt.

Ihren Sieg über die Aufständischen in Aleppo hatten die syrischen Truppen mit Hilfe der russischen Luftwaffe und von Teheran ausgerüsteten und von Revolutionswächtern geführten schiitischen Milizen erkämpft. Russland, der Iran und die Türkei arbeiten an einer gemeinsamen Strategie für Syrien - ohne Einfluss des Westens. 

SC/rb (afp, APE, dpa)

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