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Aktuell Welt

Assad lässt Flüchtlingsdrama kalt

Der Machthaber gibt sich scheinbar unbeeindruckt vom Blutbad in seinem Land: Ein TV-Interview zeigt, wie weit sich Syriens Präsident Assad von seinem Volk entfernt hat. Regimegegner sprachen von "Größenwahn".

"Globale Schlacht", "Schlacht des Willens", "heldenhafte Armee", "Selbstreinigung des Staates": das jüngste Fernsehinterview des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad sollte nicht nur beweisen, dass er noch nicht geflohen ist, sondern auch von seiner ungebrochenen Siegeszuversicht künden. In despotischer Manier rief er im regierungsnahen Sender Al-Dunja seine Landsleute auf, sich aktiv am Kampf gegen die Aufständischen zu beteiligen und überschüttete die Rebellen und Überläufer mit Spott und Häme.

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Interview: Assad gibt sich entschlossen

Vor allem lehnte er aber die Einrichtung von Schutzzonen für die Tausenden von Flüchtlingen auf syrischem Territorium ab. Dieser Vorschlag des Westens und der Türkei stehe erstens nicht zur Debatte und sei zweitens "unrealistisch" und nicht durchführbar, "selbst für die Staaten, die Syrien feindlich gesinnt" seien, so Assad polemisch.

"Selbstreinigung"

Syrien befinde sich in einer "regionalen und globalen Schlacht", man komme dabei voran, brauche aber "noch Zeit", erklärte der Staatschef. "Wer ein echter Nationalist ist, der läuft jetzt nicht weg", attackierte er die Deserteure. Diese unpatriotischen Überläufer trügen aber letztendlich nur zur "Selbstreinigung" des Staates bei, sagte Assad, der während der Aufzeichung des Interviews scherzte und lachte.

Oppositionelle kommentierten Assads Auftritt als arrogant und weltfremd. "Man hat das Gefühl, der Mann lebt in einem anderen Universum", sagte ein Regimegegner in Aleppo.

SC/uh (afpe, rtre, dpa)

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