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Aktuell Welt

Assad-Gegner beschuldigen Hisbollah

Der Bürgerkrieg in Syrien hat möglicherweise eine neue Eskalationsstufe erreicht. Die Opposition gegen das Assad-Regime wirft der libanesischen Hisbollah vor, sich militärisch einzumischen.

Mitglieder der Hisbollah-Miliz hätten drei syrische Dörfer in der Region Kusseir nahe der Grenze zum Libanon mit schweren Waffen angegriffen und dabei auch Zivilisten getötet, erklärte der Syrische Nationalrat, das wichtigste Bündnis der Opposition gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad. "Hunderte" Bewohner der Region seien zur Flucht gezwungen worden.

Nach Angaben der örtlichen Koordinierungskomitees der Aufständischen wurden bei Gefechten im Grenzgebiet fünf syrische Rebellen und ein Hisbollah-Kämpfer getötet. Die Miliz ihrerseits erklärte, zwei in Syrien lebende "schiitische Libanesen" seien bei Kämpfen mit Rebellen getötet und 14 weitere verletzt worden. Eine unabhängige Bestätigung dieser Berichte ist nicht möglich, da Journalisten in den Kampfgebieten nicht arbeiten dürfen.

Die libanesische Hisbollah ist schiitisch geprägt und unterstützt die Regierung in Damaskus, während der Großteil der syrischen Bevölkerung sowie die Aufständischen Sunniten sind (Das Artikelbild zeigt Hisbollah-Kämpfer bei einer Parade im Libanon im November 2012). Mit Blick auf den Bürgerkrieg in Syrien wird international immer wieder die Sorge geäußert, Waffen des Regimes könnten in die Hände der Hisbollah oder von Terroristen geraten.

Sorgen bereitet auch das syrische Chemiewaffenarsenal. Ein ranghoher Beamter im israelischen Verteidigungsministerium sagte nach einem Bericht der Agentur AFP, derzeit befänden sich die Waffen noch im Besitz des syrischen Machtapparats. Da sich Syriens Regierung aber im "Zerfall" befinde, müsse Israel "ein Auge darauf haben".

Video ansehen 01:29

Syrien: Brahimi fordert Konfliktparteien zum Dialog auf

Der internationale Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi bemüht sich unterdessen weiter um eine diplomatische Entschärfung des Konflikts. Nach Gesprächen mit der Arabischen Liga in Kairo schlug Brahimi Gespräche zwischen der Opposition und einer "akzeptablen" Delegation der Regierung unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen vor. Ein solcher Dialog könne der Anfang eines "Auswegs aus dem dunklen Tunnel" sein, in dem sich Syrien befinde. Der Syrische Nationalrat hatte sich jüngst grundsätzlich zu Gesprächen bereit erklärt, um das seit 23 Monaten andauernde Blutvergießen zu beenden.

Appell an internationale Gemeinschaft

UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay plädierte hingegen für ein Eingreifen der internationalen Gemeinschaft in den Konflikt. Denkbar seien eine Militärintervention und die Entsendung von Friedenstruppen oder eine Anrufung des Internationalen Strafgerichtshofs, sagte Pillay einem britischen Fernsehsender. Aber es müsse sofort gehandelt werden. Es gebe Beweise dafür, dass Assad in Syrien Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begehe, bekräftigte Pillay frühere Äußerungen.

wl/kis (rtr, dpa, afp)

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