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Assad bombardiert weiter Städte im ganzen Land

5. April 2012

Die syrische Armee setzt den Beschuss mehrerer Städte fort. Präsident Assad versuche, vor der geplanten Waffenruhe noch möglichst viele Bastionen des Widerstands zu zerstören, klagen Opposition und Menschenrechtler.

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This image made from amateur video and released by Shaam News Network Monday, April 2, 2012, purports to show smoke rising from buildings in Idlib, Syria. The Syrian government has sent troops backed by tanks into rebellious areas, hunting down activists and torching their homes and bulldozing others, opposition groups said. (Foto:Shaam News Network via APTN/AP/dapd) THE ASSOCIATED PRESS CANNOT INDEPENDENTLY VERIFY THE CONTENT, DATE, LOCATION OR AUTHENTICITY OF THIS MATERIAL. TV OUT
Syrien Regierung Truppen PanzerBild: AP

Massiver Beschuss durch Panzer und Hubschrauber und anschließende Großoffensive mit hunderten Soldaten: Aktivisten schilderten detailliert die Erstürmung von Hraytan im Norden Syriens. Die Verwundeten in den Straßen könnten nicht geborgen werden, da das Bombardement andauere. Auch Menschenrechtsgruppen im Ausland berichteten von anhaltenden heftigen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Deserteuren in Hraytan und Anadan nahe Aleppo. Auf Videos im Internet aus den Städten waren Maschinengewehrfeuer zu hören und Rauchschwaden über den Häusern zu sehen.

Aktivisten teilten mit, ein Offizier des Geheimdienstes der Luftwaffe habe ihnen erläutert, dass Assads Schwager Asef Schaukat für die nächsten Tage eine Militäroffensive nördlich von Aleppo angekündigt habe. Ziel sei es offenbar, noch vor der für kommenden Dienstag angekündigten Waffenruhe die Deserteure der Freien Syrischen Armee aus allen Ortschaften der Region zu vertreiben.

Auch aus anderen Städten gibt es Meldungen über Vorstöße der Truppen des Staatschefs Baschar al-Assad. Bürgerrechtler sprachen von einem der schwersten Angriffe auf Douma, einen Vorort der Hauptstadt Damaskus. Allein am Mittwoch sollen die Regierungssoldaten insgesamt mehr als 50 Menschen getötet haben. Die Opposition zählte 170 Todesopfer seit Wochenbeginn.

Syria's President Bashar al-Assad (C) meets soldiers during a tour in the Baba Amr neighbourhood of Homs in this handout photograph released by Syria's national news agency SANA on March 27, 2012. Assad visited the rebel stronghold in the city of Homs that his forces had overrun after weeks of shelling and gunfire, apparently to make the point that he can now tour the streets of the once bitterly fought-over district. REUTERS/SANA/Handout (SYRIA - Tags: POLITICS CIVIL UNREST MILITARY) FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS( eingest. sc)
Assad besuchte jüngst seine Offiziere und Soldaten in der lange umkämpften Stadt HomsBild: reuters

Spielt Assad auf Zeit?

Der Syrien-Sondergesandte von UN und Arabischer Liga, Kofi Annan, lässt nach Angaben seines Sprechers Angaben aus Damaskus überprüfen, wonach die syrische Armee zumindest in einigen Regionen mit dem zugesagten Abzug begonnen haben soll. Die syrische Regierung habe von einem Rückzug "in bestimmten Gebieten" berichtet. Die syrische Tageszeitung "Al-Watan", die einem mit EU-Sanktionen belegten Cousin Assads gehört, hatte kommentiert, das Außenministerium in Damaskus habe zwar dem Friedensplan Annans zugestimmt und eine Waffenruhe vom 10. April an angekündigt. Dies bedeute jedoch nicht, dass die Armee den Abzug ihrer Einheiten aus den Städten schon bis zu diesem Datum auch abgeschlossen haben werde.

Frankreichs Außenminister Alain Juppé beklagte in Paris, Assad versuche die internationale Gemeinschaft zu täuschen. Er gebe nur vor, den Annan-Plan zu akzeptieren, setze in Wahrheit aber die Gewalt fort. Auch bei den Vereinten Nationen wachsen Zweifel an den Erfolgsaussichten. Eine zentrale Rolle bei den diplomatischen Bemühungen wird Russland zugeschrieben. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte am Mittwoch noch einmal die Strategie des Westens gerügt und gewarnt, die syrische Opposition werde Assad niemals besiegen können.

SC/sti (rtr,ape,afpe)