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Aktuell Welt

Assad-Armee rüstet zur Entscheidungsschlacht

Aus der syrischen Millionenstadt Aleppo werden wieder schwere Kämpfe gemeldet. Für eine weitere Eskalation sorgt die Verschleppung von 48 Iranern.

Nach Angaben von Augenzeugen nahmen die Truppen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad die Wirtschafts- und Finanzmetropole Aleppo massiv unter Beschuss. Die Streitkräfte hätten im Kampf gegen die Aufständischen der Freien Syrischen Armee auch Artillerie, Flugzeuge und Hubschrauber eingesetzt. Die Gefechte konzentrierten sich auf den Stadtteil Salaheddin, der als Einfallstor in das Zentrum gilt. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London gab es außerdem Gefechte in drei weiteren Bezirken im Westen der 350 Kilometer nördlich von Damaskus gelegenen Stadt.

Größere Angriffe erwartet

Ein Vertreter der syrischen Sicherheitskräfte teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, die 20.000 um Aleppo postierten Soldaten erhielten weitere Verstärkung. "Die Truppen sind jetzt bereit für den entscheidenden Angriff, warten aber auf die Befehle." Ein Sprecher der Rebellen vor Ort sagte laut Agentur Reuters, man stelle sich auf eine "starke Offensive" der Regierungstruppen ein. Auch die Vereinten Nationen teilten die Einschätzung, dass in den nächsten Tagen ein größerer Angriff bevorstehe, meldete Reuters weiter.

Die Aufständischen sind vor gut zwei Wochen mit tausenden Kämpfern in Aleppo eingedrungen und haben Teile der Millionenstadt unter ihre Kontrolle gebracht. Seitdem behaupten sie sich gegen die Regierungstruppen. Beide Konfliktparteien sehen den Kampf um Aleppo als entscheidend für den Ausgang des Bürgerkrieges an.

Video ansehen 00:31

Syrische Rebellen verschleppen Iraner

Eine neue gefährliche Eskalation droht möglicherweise durch die Gefangennahme einer Gruppe von Iranern durch syrische Rebellen in der Nähe von Damaskus. Der Fernsehsender Al-Arabija strahlte ein Video aus, in dem ein Vertreter der Kidnapper erklärt, die 48 Geiseln seien iranische Milizionäre und zum Teil Angehörige der Revolutionsgarden, einer Elitetruppe der iranischen Führung.

In dem Video werden ausweisartige Dokumente in die Kamera gehalten, die die Zugehörigkeit der Entführten zu den Revolutionsgarden beweisen sollen. Die Geiselnehmer sollen einer islamistischen Kampfgruppe angehören.

Video ansehen 01:13

Syrien: Erbitterter Kampf um Aleppo

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Nach Darstellung des Iran handelt es sich bei den Verschleppten um eine Gruppe von schiitischen Pilgern, die einen Schrein in Damaskus aufgesucht hätten. Die Regierung in Teheran bat die Türkei und Katar, sich für die Freilassung der Gruppe einzusetzen. Der Iran ist einer der wenigen verbliebenen Verbündeten Assads. Die Aufständischen werfen Teheran vor, das Regime mit Kämpfern und Material zu unterstützen.

wl/gmf (dpa, afp, rtr, dadp)

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