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Porträts Lehrerverbände

Asociación Mexicana de Profesores de Alemán (AMPAL)

In Mexiko ist die Ausbildung für Deutschlehrer nicht reguliert. Das macht die Arbeit des mexikanischen Deutschlehrerverbands umso wichtiger. Beim Jahreskongress wird deshalb auch viel Wert auf Weiterbildungen gelegt.

Evelin Jacobs hat Deutsch von ihrem Großvater gelernt, der aus Dresden nach Mexiko kam. Eigentlich ist Evelin Jacobs Spanischlehrerin, doch vor zehn Jahren entschied sie sich, Deutsch zu unterrichten. Seit 2013 ist sie die Präsidentin des mexikanischen Deutschlehrerverbands.

Deutsche Welle: Frau Jacobs, wie kam denn der Wandel von der Spanisch- zur Deutschlehrerin? Hatten Sie einfach mal Lust auf etwas Komplizierteres?

Evelin Jacobs: Lacht. Ich wollte einfach mehr Deutsch üben. Meistens habe ich als Spanischlehrerin deutsche Frauen, die mit mit ihren Männern wegen der Arbeit nach Mexiko gekommen sind, unterrichtet. Oft auch deutsche Studenten. Die meisten meiner Schüler waren also Deutsche. Und dann habe ich mir irgendwann gedacht: Warum nicht andersherum? Heute unterrichte ich beides, Deutsch und Spanisch, und das mache ich sehr gern.

Ihr Großvater und Ihr Vater waren Deutsche und auch Ihre Schwester lebt mittlerweile in Deutschland. Das heißt, Sie kennen sich mit Ihrer interkulturellen Familie gut aus in der deutschen Kultur. Welche kulturellen Unterschiede gibt es denn zwischen Deutschland und Mexiko, die Sie Ihren Studenten versuchen beizubringen?

Audio anhören 00:25

Hören Sie rein: Evelin Jacobs erzählt, warum sie so gerne Deutsch unterrichtet

Es gibt natürlich vieles, aber zum Beispiel kann man sich eine Situation in einer Apotheke vorstellen: In Deutschland ist es den Leuten unangenehm, wenn sich da einer ganz nah vorlehnt und zuhört, was man für Beschwerden hat. In Mexiko ist es kein Problem. Wir mischen uns dann gerne auch ein und sagen: „Nein, nehmen Sie nicht diese Aspirin, nehmen Sie die da, die ist besser.“ Das sind Dinge, da denkt man nicht dran. So etwas muss man den Studenten beibringen.

Ein anderes Beispiel ist das Essen. Kaffee und Kuchen sind ganz anders. Manchmal bringe ich meinen Studenten auch Kuchen mit oder wir backen zusammen. Zum Beispiel an Weihnachten.

Und was ist das deutsche Lieblingsgericht ihrer mexikanischen Studierenden?

Tja, die mögen Bier. Das sind junge Studenten. Und sie mögen die Würste. Volksfeste lieben sie auch. Nicht nur das Oktoberfest, sondern auch andere Feste wie beispielsweise Mittelaltermärkte und solche Dinge. Dann mögen sie natürlich auch die Autos und die Industrie. Und die Züge finden sie ganz irre in Deutschland. Und manche lieben auch die Ordnung und die Pünktlichkeit.

Kommen wir mal auf den Verband zu sprechen. Welche sind die da ihre wichtigsten Aktivitäten?

Vorstand Deutschlehrerverband AMPAL

Der Vorstand des mexikanischen Deutschlehrerverbands, AMPAL

Dazu gehört vor allem unser jährlicher Kongress. Wir veranstalten ihn im Wechsel jedes zweite Jahr in Mexiko-Stadt und das andere Jahr in einer anderen Stadt in Mexiko. Insgesamt wollen wir auch die Ausbildung der Deutschlehrer formeller gestalten. Es gibt nämlich keine richtige Ausbildung für Deutschlehrer. Deswegen ist es wichtig, dass sich die Lehrer vereinigen. Außerdem bringen wir zweimal im Jahr eine Zeitschrift heraus, die „Info Ampal".

Sie unterrichten selbst ja schon seit vielen Jahren Deutsch, benutzen Sie in Ihrem Unterricht auch die Angebote der Deutschen Welle?

Ja, sehr viele. Zum Beispiel gehe ich jedes Semester mit den Neulingen „Radio D“ durch. Auch lernen unsere Studenten viel alleine mit den Kursangeboten. Für die Fortgeschrittenen benutze ich oft den Audiotrainer oder den Deutschlerner der Woche. Da hören wir Sachen, die wir sonst in Mexiko nicht hören. Die Studenten mögen das ganz gern, und mir macht es auch Spaß. Danke schön.


Die wichtigsten Infos in Kürze:
Der mexikanische Deutschlehrerverband (Asociación Mexicana de Profesores de Alemán, AMPAL) wurde 1992 gegründet und hat circa 300 Mitglieder. Das Motto des Verbandes ist: „Deutsch, eine Sprache, die uns verbindet.” Im Jahr 2017 feiert der mexikanische Deutschlehrerverband seinen 25. Geburtstag mit einer Veranstaltung in Villahermosa vom 27. - 29. April.

Das Vorstandsgremium:
• Evelin Jacob Saavedra (Präsidentin)
• Arturo Varela Alvarez (Sekretär)
• Claus Witte (Schatzmeister)
• Marco Antonio Velázquez Delgado (Beisitzer)
• Ari Michel Vázquez Uribe (Beisitzer)
• Isabel Carrillo Schaefer (Beisitzerin)

IDV-Kontaktperson: Evelin Jacob Saavedra; ampal.evelin.jacob [at] gmail.com

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