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Aktuell Asien

Asiens Städte müssen grüner werden

In zehn Jahren könnten in den Megastädten Asiens 400 Millionen Menschen durch steigende Meeresspiegel und andere Katastrophen bedroht sein. Das befürchtet die Asiatische Entwicklungsbank und verlangt ein Gegensteuern.

Die Städte in Asien seien in unvorhersehbarem Ausmaß gewachsen mit einem ungeheuren Stress für die Umwelt, sagte der Chefökonom der Bank, Changyong Rhee in der thailändischen Hauptstadt Bangkok bei der Vorstellung einer Studie der Bank. Rhee verwies auf Abfallberge, steigende Kriminalität und gesellschaftliche Ungleichheit, schlechte Luft und wachsende Elendsviertel.

Mehr als die Hälfte der Städte mit der schlimmsten Luftverschmutzung weltweit liegen laut der Studie in Asien und 67 Prozent aller asiatischen Städte würden die Standards der Europäischen Union für Feinstaub nicht erfüllen. Die Luftverschmutzung sei Ursache für den Tod einer halben Millionen Menschen pro Jahr.

Luftverschmutzung und steigende Meeresspiel als größte Gefahren

Luftverschmutzung in der iranischen Stadt Shiraz (Foto: IRNA)

Auch ein gesundheitliches Problem: Luftverschutzung

China, Indien und Japan gehörten - neben den USA und Russland - weltweit zu den fünf größten Emittenten an Treibhausgas und der Ausstoß werde mit der wachsenden Bevölkerung noch zunehmen, heißt es in der Studie der in Manila ansässigen Bank weiter.

Eine weitere Gefährdung der Städte seien Naturkatastrophen wie Überschwemmungen. Als Beispiele nannte Rhee die Fluten, die Anfang August fast 80 Prozent der philippinischen Hauptstadt Manila unter Wasser setzten, die Flutwelle, die im Juli zahlreiche Menschen in Chinas Hauptstadt Peking in den Tod riss und die Überschwemmungen großer Teile Bangkoks in vergangenen Jahr. Diese Gefahr werde durch den mit dem Klimawandel einhergehenden Anstieg der Meeresspiegel noch verstärkt.

Grüne und nachhaltige Entwicklung

Überschwemmungen in der phlippinischen Stadt Manila (Foto: Reuters)

Werden durch Klimawandel noch schlimmer: Überschwemmungen

Die Herausforderung sei jetzt, politische Entscheidungen zu treffen, die diesen Trend umdrehen und helfen, grüne Technologie und grünes Städtewachstum zu entwickeln. Steuerungselemente seien Verkehrsgebühren, Abgaben auf Treibstoffe und die Einnahme von mehr Steuern, die in grüne Technologien investiert werden sollten. Der Kontinent müsse dringend die Weichen für eine grüne und nachhaltige Entwicklung seiner Städte stellen.

Die Zeit dafür, so Rhee weiter, sei knapp, denn die Stadtflucht werde sich in einem ungeheuren Tempo fortsetzen. Die ADB rechnet nach dem Bericht damit, dass in den nächsten 30 Jahren weitere 1,1 Milliarden Menschen in die asiatischen Städte ziehen werden, von denen viele in Küstenähe liegen. Schon jetzt lebe fast die Hälfte der Stadtbewohner weltweit in Asien. In gut zehn Jahren seien 21 der weltweit 37 Megastädte in Asien zu finden.

gmf/nis (afp, dpa)