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Politik

Asien vorne - Europa hinten

Bonn war Anfang Juni Gastgeberstadt für die bislang größte internationale Konferenz für erneuerbare Energien. Aber haben die "Renewables 2004" mehr gebracht als der gescheiterte Weltgipfel in Johannesburg 2002?

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120.000 Megawatt Windkraft bald in China?

Etwa 190 Länder und internationale Organisationen haben Beiträge zum "Aktionsplan" geleistet, der auf der Konferenz verabschiedet wurde. Leider sind die Empfehlungen unverbindlich. Und die meisten Vorschläge enthielten nach Ansicht von Umweltschützern wenig Substanz oder nichts Neues. "Wenn man nur die Abschlusserklärung anschaut, dann ist sie nicht sehr berauschend", bilanziert Jürgen Maier vom Forum Umwelt und Entwicklung, der die Arbeit der Umweltgruppen auf der Konferenz koordinierte.

Lobenswertes Engagement

Lob der Umweltschützer erhalten vor allem China, die Philippinen, die Dominikanische Republik und Ägypten. Bei den Industrieländern haben sich - nach Angaben von Umweltgruppen - Spanien, Deutschland, Dänemark und Neuseeland hervorgetan. China beispielsweise will in den nächsten 16 Jahren 120.000

Biomassekraftwerk in Königswusterhausen

Biomassekraftwerk

Megawatt Leistung aus Erneuerbarer Energie gewinnen. Das entspräche 240 Kohlekraftwerken und 12 Prozent des Strommarktes. Um das ambitionierte Ziel zu erreichen, setzt China vor allem auf Biomasse und Wind.

Ebenfalls sehr engagiert zeigen sich die Philippinen. "Wir sind über die Ankündigung der Philippinen sehr erfreut. Sie haben sich dazu verpflichtet, die erneuerbaren Energien in den nächsten 10 Jahren zu verdoppeln. Die derzeitigen 4.500 Megawatt wollen sie auf 9.000 steigern. Jetzt stellen die Erneuerbaren in den Philippinen etwa 30 Prozent des Stroms. Bis 2013 soll das auf 40 Prozent steigen", sagt Lory Tan, Chef vom World Wide Fund for Nature in den Philippinen (WWF).

EU: Noch viel zu tun

Weniger Freude löste die Europäische Union aus. Sie schloss zwar von der Karibik über Westafrika bis zum Pazifik ein knappes Duzend Kooperationsabkommen, konnte sich aber nicht dazu durchringen, neue Ausbauziele für die eigene Stromversorgung zu verkünden. So bleibt es bei der schon seit zwei Jahren bestehenden EU-Richtlinie, die 2010 einen Anteil von Ökostrom von zwölf Prozent anpeilt. Auf ein Ziel für das Jahr 2020 konnte sich die EU-Kommission im

Waldsterben dauert an

Ausstoß von Treibhausgasen

Vorfeld der Konferenz nicht einigen. Dabei müsste Europa nach Ansicht vieler Klimaforscher bis Mitte des Jahrhunderts den Ausstoß der Treibhausgase noch viel stärker reduzieren, um extreme Schäden wie das Abschmelzen des Grönlandeises und ein Versiegen des Golfstroms zu verhindern.

Immerhin gaben die Regierungschefs einiger EU-Mitgliedsstaaten klare Signale für die erneuerbaren Energien. Bundeskanzler Gerhard Schröder erklärte: "Die Ereignisse in Saudi-Arabien und im Irak verdeutlichen auf dramatische Weise, wie überlebenswichtig eine Energieversorgung, die auf möglichst viele und möglichst differenzierte Energieträger setzt, für unser aller Sicherheit ist." Auch der britische Premier Tony Blair ließ in einer Videobotschaft die Gelegenheit nicht ungenutzt, auf die ambitionierten Pläne seiner Regierung hinzuweisen, bis 2050 fast zwei Drittel der Treibhausgase einzusparen: "Das Thema Klimawandel ist extrem wichtig. Ich glaube, langfristig ist das wahrscheinlich die wichtigste Herausforderung unserer weltweiten Gemeinschaft."

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