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Wirtschaft

Asien-Pazifik-Konferenz: Potenziale nutzen

Asien ist einer der wichtigsten Wachstumsmotoren. Ziel der diesjährigen Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft ist, deutschen Chancen noch stärker zu nutzen - nicht nur in eine Richtung.

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Hungrig auf mehr. Zum Beispiel Exporte

Die deutschen Exporte nach Asien sind 2007 weit überdurchschnittlich gestiegen: um knapp 20 Prozent auf 87 Milliarden Euro. In der ersten Hälfte 2007 haben sie weiter um fast elf Prozent zugelegt. 3200 deutsche Unternehmen sind in der Region Asien-Pazifik mit Direktinvestitionen vertreten - alle großen Konzerne und auch viele Mittelständler.

Jürgen Hambrecht, Vorstandsvorsitzende der BASF

Jürgen Hambrecht

Doch es wäre mehr möglich: "In Japan schöpfen wir unser Potenzial bei weitem nicht aus", klagt BASF-Chef Jürgen Hambrecht, der Vorsitzende des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft. Korea, Singapur, die ganzen ASEAN-Staaten, Australien, Neuseeland. "Wird ja alles vergessen", sagt Hambrecht. Er selbst hat in den 1990er Jahren von Hongkong aus das Asien-Geschäft der BASF geleitet und in der Zeit für den führenden Chemiekonzern eine der größten Investitionen überhaupt in China vorgenommen. Hambrecht kennt sich in der Region aus. "Nur mal eine Zahl als Orientierung: Nur zehn Prozent unseres Exportes geht nach Asien. Das muss man sich mal vorstellen, welche Potenziale hier existieren."

Die Beispiele sind vielfältig:

- Die chinesische Wirtschaft wächst weiterhin jährlich um mehr als zehn Prozent und hat großen Bedarf an Infrastrukturinvestitionen, an Umweltschutztechnik und auch bei hochwertigen Konsumgütern. In diesen Bereichen ist die deutsche Wirtschaft besonders leistungsstark.

- In Indien sorgen die Industrie und der Infrastrukturbereich für Nachfrage beim Maschinenbau; besonders gefragt sind Werkzeug-, Textil- sowie Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen.

- In Malaysia sind die Kapazitäten in fast allen Branchen hoch ausgelastet, so dass Investitionsgüter zur Erweiterung der Produktionsanlagen gefragt sind. Besonders in der Petrochemie werden alte Anlagen überholt; neue Projekte in Planung.

- In Taiwan sorgen ebenfalls Neuinvestitionen und Kapazitätserweiterungen in Hochtechnologiebranchen für eine anhaltend starke Nachfrage.

BASF eröffnet ein Werk in Nanjing

BASF-Werk in Nanjing

Süd-Korea, wo die diesjährige Asien-Pazifik-Konferenz stattfindet, hat den Sprung zum Industriestaat bereits geschafft. Süd-Korea ist nach China und Japan Deutschlands drittgrößter Handelspartner im asiatisch-pazifischen Raum. Mit Süd-Korea hat Deutschland traditionell sehr gute Beziehungen. Der Warenaustausch hat sich seit dem Jahr 2000 verdoppelt. Das Handelsaufkommen ist etwa zwanzig Milliarden Euro stark. Es gibt fast in jedem Arbeitsgebiet – ob beim Stahl, beim Auto oder auch in der Chemie – Unternehmen, die in Kooperationen mit deutschen Firmen verbunden waren oder sind. "Die Volkswirtschaft ist hoch entwickelt", sagt Lambrecht. "Auch dort schöpfen wir unsere Potenziale bei weitem nicht aus. Das muss uns einfach bewusst sein."

Warum nicht eine halbe Million Jobs?

Viele Unternehmen aus Deutschland, darunter auch bedeutende Mittelständler, haben sich schon eine starke Position in Asien aufgebaut. Dem Asien-Pazifik-Ausschuß der deutschen Wirtschaft kommt es daher nicht nur auf die Steigerung der deutschen Exporte und Investitionen an, in Asien benötigt die deutsche Wirtschaft politische Flankierung, insbesondere bei sensiblen Themen wie Technologietransfer, Marktzugang, Joint-Venture-Zwang oder dem Schutz geistigen Eigentums. Von einer breiten und langfristigen Kooperation, so ist man überzeugt, haben alle Seiten den größten Vorteil. "Partnerschaft, Innovation, Nachhaltigkeit" lautet das Motto der diesjährigen Konferenz. Deswegen ist dem Ausschuss auch daran gelegen, den Weg für asiatische Unternehmen nach Deutschland zu bahnen. Da ist bereits einiges geschehen: Insgesamt sind bis zum Jahr 2006 etwa 16 Milliarden Euro in Deutschland investiert worden. Etwa 500 Unternehmen sind heute im Mehrheitsbesitz von asiatischen Unternehmen - 60.000 Arbeitsplätze mit einem Umsatz von 60 Milliarden Euro. Es sei aber noch sehr viel mehr möglich, meint Ausschussvorsitzender Jürgen Hambrecht: "Aus den 60 können wir doch ohne weiteres 100.000, 200.000, ja warum nicht eine halbe Million Arbeitsplätze machen."

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