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Aktuell Asien

Asiatische Infrastrukturbank mit deutscher Beteiligung gegründet

Die drei wichtigsten Geldgeber der neuen "Asiatischen Infrastruktur Investmentbank" sind China, Indien und Russland. Auf Platz vier folgt Deutschland - andere Wirtschaftsmächte machen gar nicht erst mit.

Insgesamt beteiligen sich 57 Staaten von fünf Kontinenten an dem neuen Kreditinstitut. Bei der feierlichen Gründungszeremonie mit Chinas Finanzminister Lou Jiwei in Peking (Artikelbild) zeichneten 50 von ihnen die Gründungsurkunde. Acht weitere Länder müssen ihre Beteiligung erst noch durch ihre Parlamente ratifizieren lassen.

Die Asiatische Infrastruktur Investmentbank (AIIB) hat ein Gründungskapital von 100 Milliarden US-Dollar. Der Name ist dabei Programm: Die Bank soll dem wachsenden Finanzierungsbedarf für Infrastrukturprojekte in Asien nachkommen.

Die Führung hat China übernommen, es hält 26,06 Prozent der Anteile. Damit hat sich die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt eine Mehrheit gesichert, die ihr ein Veto-Recht einräumt. Außerdem wird China aller Voraussicht nach mit Jin Liqun den Präsidenten des Geldinstituts stellen. Er gilt als ausgewiesener Bankexperte und hatte bereits führende Funktionen in der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) inne.

Deutschland ist mit dabei

Indien und Russland sind nach China die wichtigsten Mitglieder. Sie halten 7,5 bzw. 5,9 Prozent der AIIB, wie aus informierten Kreisen verlautete.

Auch die Bundesrepublik beteiligt sich an der AIIB. Für den Beitrag von 900 Millionen US-Dollar zum Gründungskapital erhält sie rund vier Prozent der Anteile und ist damit der größte nicht-asiatische Geldgeber. Darüber hinaus gewährt Deutschland für den Zeitraum 2016 bis 2019 Kreditgarantien in Höhe von 3,6 Milliarden Dollar.

USA und Japan verweigern sich

Kritik an der neuen Infrastrukturbank kommt unter anderem aus den USA und Japan. Die beiden Industrienationen, die größten und drittgrößte Volkswirtschaft der Welt beteiligen sich nicht an der Bank, weil sie in ihr eine Konkurrenz zur Weltbank oder der ADB sehen.

Aus Sicht Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs, Italiens oder anderer Mitgliedsstaaten soll die AIIB aber vielmehr ergänzend zu bestehenden Finanzorganen und nach hohen internationalen Standards arbeiten.

Über Führungsposten und die Besetzung des Direktoriums wird dem Vernehmen nach bis Herbst entschieden. Die in Peking ansässige Bank soll bis Ende dieses Jahres oder Anfang 2016 ihre Arbeit aufnehmen.

mak/jj (dpa, afp)