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Aktuell Deutschland

Arzt wegen Rekrutierung von IS-Attentäter festgenommen

Der aus Baden-Württemberg stammende Mediziner soll einen 24-jährigen späteren Selbstmordattentäter mittels Propagandavideos radikalisiert haben. Der junge Mann galt als geistig eingeschränkt und leicht beeinflussbar.

Der mutmaßlicher Rekrutierer eines islamistischen Selbstmordattentäters ist in Berlin festgenommen worden. Der aus Mannheim stammende deutsche Arzt habe geholfen, einen späteren Selbstmordattentäter der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) mittels Propagandavideos zu radikalisieren, teilte das baden-württembergische Landeskriminalamt (LKA) in Stuttgart mit. Außerdem habe der Arzt die Ausreise des 24-Jährigen mit organisiert und für ihn das Einweg-Flugticket von Deutschland in das Krisengebiet bezahlt. Auch habe der Mediziner "militärische Gebrauchsgegenstände beschafft". Der Festgenommene soll dem Haftrichter des Amtsgerichts Karlsruhe vorgeführt werden.

Der junge Mann reiste laut LKA bereits im Oktober 2014 in das syrisch-irakische Krisengebiet, um sich dort einer dschihadistischen Miliz anzuschließen. Am 18. Mai 2015 habe er dann für den IS in der nordirakischen Stadt Baidschi einen Selbstmordanschlag verübt, bei dem mindestens zwölf irakische Regierungssoldaten getötet worden sein sollen.

Die iraksche Stadt Baidschi war im vergangenen Jahr hart umkämpft (Archivfoto vom 16. April 2015: Getty Images/AFP/M. Sawaf)

Die iraksche Stadt Baidschi war im vergangenen Jahr hart umkämpft (Archivfoto vom 16. April 2015)

Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat

Er sei geistig eingeschränkt und leicht beeinflussbar gewesen. Inwieweit der 33 Jahre alte Arzt den jungen Mann aufgrund seiner psychischen Labilität bewusst als späteren Attentäter ausgesucht haben könnte, sei auch Gegenstand der Ermittlungen, hieß es weiter. Die zuständige Staatsanwaltschaft Karlsruhe wirft dem Mediziner Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor. Beide Männer wohnten einst in Freiburg.

Bei der Durchsuchung von insgesamt vier Objekten in Berlin und Mannheim seien unter anderem eine optische Zielvorrichtung für eine Schusswaffe sowie Mobiltelefone und elektronische Datenträger sichergestellt worden, teilte das LKA ergänzend mit.

sti/uh (afp, dpa, rtr)