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Sport

Armstrong verliert Titel endgültig

Tiefer ist noch nie ein internationaler Superstar des Sports gefallen. Doper Lance Armstrong ist seine sieben Tour-de-France- Siege endgültig los.

Der Internationale Sportsgerichtshof CAS teilte in Lausanne mit, Armstrong habe die dreiwöchige Einspruchsfrist gegen das Urteil des Rad-Weltverbandes UCI verstreichen lassen. Damit bleibt der Texaner wegen systematischen Dopings lebenslang gesperrt, seine Radsport-Ergebnisse ab dem 1. August 1998  sind annulliert. Die UCI hatte den heute 41-Jährigen am 6. Dezember offiziell über das Urteil informiert und ihm Gelegenheit zum Widerspruch eingeräumt. Armstrong reagierte darauf wie erwartet nicht.

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Armstrong verliert alle Tour-Titel (23.10.2012)

Armstrong hatte die Tour de France, das bedeutendste Radrennen der Welt, nach überstandener Krebserkrankung von 1999 bis 2005 siebenmal gewonnen. Seit Jahren lagen stichhaltige Hinweise vor, dass die Leistungen des Texaners auf Lug und Trug beruhten. Doch erst 2012 machten sich US-Dopingfahnder mit Entschlossenheit daran, die Machenschaften Armstrongs bis ins kleinste Detail zu belegen. Sie deckten ein fein gesponnenes Dopingnetzwerk auf, in das Teammitglieder eingebunden waren und Ärzte mit krimineller Energie assistierten. Die US-Anti-Doping-Agentur USADA bezeichnete Armstrongs Manipulationen als das "ausgeklügelste, professionellste und erfolgreichste Dopingsystem, das der Sport jemals gesehen hat".

Armstrong hat nie eingestanden, gedopt zu haben. Angesichts der erdrückenden Beweislast gab er es aber auf, sich juristisch gegen die Anschuldigungen zu wehren, was allgemein als eine Art Geständnis gewertet wird. Der Skandal dürfte das gefallene Radidol auch finanziell teuer zu stehen kommen. Sponsoren, Versicherungen und der Tour-Organisator ASO wollen Armstrong auf Schadenersatz in Millionenhöhe verklagen. Wegen möglicherweise geleisteter Meineide ("Ich habe nie gedopt") droht dem Multimillionär vielleicht sogar eine Gefängnisstrafe.

Der seit Jahrzehnten mit Dopingaffären kämpfende Radsport geriet durch den Fall Armstrong weiter unter Druck. Der Weltverband UCI steht in Verdacht, Armstrongs Machenschaften gedeckt und von ihm auch finanziell profitiert zu haben. Der umstrittene UCI-Präsident Pat McQuaid weist alle Vorwürfe und Rücktrittsforderungen zurück.

wl/se (sid, afpe, dpa)

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