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Sport

Armstrong gesteht umfangreiches Doping

Nach über 13-jährigem Leugnen hat der gefallene US-Radheld Lance Armstrong jahrelanges Doping zugegeben. Den Radsport-Weltverband UCI nahm er jedoch in Schutz.

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Armstrongs Dopingbeichte

Bei der Ausstrahlung eines TV-Interviews mit US-Talkerin Oprah Winfrey räumte der 41-Jährige ein, bei all seinen sieben Tour-de-France-Siegen zwischen 1999 und 2005 gedopt gewesen zu sein. Sein Geständnis komme "zu spät", räumte Armstrong ein. "Ich sehe die Lage als eine große Lüge. Die Wahrheit lautet anders, als alles was ich gesagt habe", erklärte der ehemalige Radprofi, der von Winfrey in einem Hotel in seinem Heimatort Austin/Texas befragt wurde. Die Sendung war vor drei Tagen aufgezeichnet worden

Armstrong erzählte, er habe Mitte der 90er Jahre begonnen, zu dopen. Es sei für ihn so selbstverständlich geworden wie "Reifen aufpumpen". Er habe EPO, Eigenblut, Kortison und Wachstumshormone verwendet. Armstrong erklärte, es sei nicht möglich, sieben Tour-de-France-Titel ohne Doping zu gewinnen. "Hat sich das (Doping) damals nicht falsch angefühlt", fragte Winfrey. "Nein", entgegnete Armstrong. Die Siege bei der Tour de France wurden Armstrong bereits aberkannt.

Allerdings wolle er nicht behaupten, dass zu der damaligen Zeit alle Fahrer gedopt gewesen seien, betonte der Texaner. "Ich kannte ja nicht jeden, kann das also nicht so sagen." Zudem stritt Armstrong ab, jemanden unter Druck gesetzt zu haben zu dopen, wie ihm dies von ehemaligen Teamkollegen vorgeworfen wird.

ance Armstrong im TV-Gespräch mit Oprah Winfrey (Foto:/AP/dapd)

Lance Armstrong im TV-Gespräch mit Oprah Winfrey

Armstrong wies auch Vermutungen zurück, dass ein positiver EPO-Test während der Tour de Suisse 2001 vom Radsport-Weltverband UCI verschleiert worden sei. Teamkollegen hatten zuvor ausgesagt, Armstrong habe als Gegenzug der UCI 125.000 Dollar gespendet. "Die Geschichte ist nicht wahr", erklärte der Ex-Champion. "Es gab keine positive Probe, keine Bestechung des Labors, kein geheimes Meeting mit dem UCI-Chef", sagte er. "Manche Dinge waren vielleicht dubios, aber das hier nicht."

Die Reaktionen: Lob und Kritik

Armstrongs Geständnis rief unterschiedliche Reaktionen vor. USADA-Chef Travis Tygart nannte die Beichte einen "kleinen Schritt in die richtige Richtung". Armstrong habe "endlich zugegeben, dass seine Radsport-Karriere aus einer kraftvollen Kombination aus Doping und Betrug" bestanden habe. Erledigt sei die Affäre für den Ex-Profi aber noch nicht. Wenn es Armstrong ernst damit sei, "seine Fehler zu korrigieren, muss er unter Eid ein vollständiges Geständnis seiner Doping-Aktivitäten" ablegen.

Der ehemalige Teamkollege Armstrongs, Jonathan Vaughters, äußerte sich kurz und bündig: "Ein guter erster Schritt." Enttäuscht reagierte Sylvia Schenk, ehemalige Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer: "Er hat nur das bestätigt, was längst auf dem Tisch lag. Es war ein letztes Zugeben, kein Geständnis. Er hat nichts über das System gesagt." IOC-Vizepräsident Thomas Bach kritisierte die Dopingbeichte scharf, schloss aber unmittelbare Disziplinarmaßnahmen gegen den Radsport aus. "Man kann das Interview nur so zusammenfassen, dass es zu wenig, zu spät ist. Es enthält keine neuen Fakten, die nicht schon bekannt waren aus dem Bericht der amerikanischen Anti-Doping-Agentur", sagte Bach der Nachrichtenagentur SID.

Dass der ehemalige Vorzeige-Sportler jahrelang verbotene leistungsfördernde Substanzen genommen hatte, steht seit 2012 fest, als ihm in einem Bericht der US-Antidoping-Agentur USADA massive Dopingvergehen nachgewiesen worden. Der Radsport-Weltverband UCI reagierte mit der Aberkennung von Armstrongs Tour-Siegen sowie einer lebenslangen Sperre. Ende 2012 hatte Armstrong Doping bereits faktisch zuzugeben, als er auf juristische Schritte gegen die Vorwürfe verzichtet hatte. Der zweite Teil des Interviwes wird an diesem Freitag (US-Zeit) ausgestrahlt.

wl/pg/wa (dpa, afp, rtr, dapd)

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