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Top-Thema – Podcast

Armes Amerika

Rund 3,5 Millionen Menschen leben in den USA auf der Straße. Jeder zehnte Amerikaner hätte ohne Unterstützung nicht genug zu essen. Für sie gibt es Einrichtungen wie "Miriam's Kitchen" – und viele freiwillige Helfer.

Ein Sofa vor Stromkästen, auf dem eine grüne Decke liegt

Wenn das Zuhause nur aus einem Sofa besteht ...

Noch nie waren in den USA so viele Menschen auf Lebensmittelhilfe angewiesen wie heute. Mehr als 36 Millionen Amerikaner haben nicht genug Geld, um sich jeden Tag eine warme Mahlzeit zu leisten. Hilfe bieten hier karitative Einrichtungen wie "Miriam's Kitchen" in der Innenstadt von Washington DC. Dort gibt es jeden Morgen von Montag bis Freitag ein Frühstück umsonst. Und das besteht nicht nur aus Brötchen und Kaffee, sondern auch aus Omelettes, frischen Früchten und Gemüse.

Mehr als 63.000 Einrichtungen, die sich um Bedürftige kümmern, gibt es in den USA. Sie funktionieren, weil Menschen ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Bei "Miriam's Kitchen" arbeiten insgesamt 14 Festangestellte und 1500 ehrenamtliche Helfer aus allen Berufen und Schichten. Die ehrenamtlichen Helfer sind zum Beispiel pensionierte Diplomaten oder Hausfrauen.

Dell war früher Versicherungsvertreterin. Bei "Miriam's Kitchen" hilft sie nicht nur in der Küche. "Ich mache Maniküre, aber nicht nur für Frauen." Gerade Männer würden ihren Service sehr genießen, weil sie in Obdachlosenheimen keine spitzen Gegenstände wie Nagelscheren besitzen dürften, meint Dell. Den Haarschnitt der Gäste übernehmen andere Freiwillige. Außerdem kommen regelmäßig ein Arzt und ein Psychiater vorbei. Sogar Kunstkurse werden nach dem Frühstück angeboten.

Mr. C. ist seit vielen Jahren Gast in "Miriam's Kitchen". "Das ist einer der besseren Plätze, zu denen man gehen kann, wenn man obdachlos ist. Besonders, wenn man etwas Gutes essen möchte", sagt er. Der korpulente Mann fühlt sich wohl in "Miriam's Kitchen". Denn hier kennt jeder jeden. "Als würde man zur Nachbarschaft gehören."


Glossar

freiwillig – so, dass man etwas macht, obwohl man es nicht muss

auf etwas angewiesen sein – etwas unbedingt brauchen; etwas benötigen

karitativ – so, dass etwas (eine Einrichtung, eine Organisation) armen Menschen hilft

Omelette, das – eine Speise aus gebratenen Eiern

Bedürftige, der/die – jemand, der sehr arm ist

etwas zur Verfügung stellen – etwas (ab-)geben; etwas anbieten

Festangestellte, der/die – jemand, der mit einem festen Vertrag bei einem Unternehmen/einer Firma arbeitet und dafür Geld bekommt

ehrenamtlich – so, dass jemand für eine Arbeit oder Tätigkeit kein Geld bekommt

pensioniert – so alt, dass man nicht mehr (als Beamter) arbeitet; in Rente sein

Diplomat/-in, der/die – ein/-e offizieller Vertreter/-in eines Staates in einem anderen Staat

Versicherungsvertreter/-in, der/die – jemand, der anderen Menschen Versicherungen anbietet und verkauft

Maniküre, die – die Pflege der Hände, besonders der Fingernägel

etwas genießen – Freude oder schöne Gefühle bei etwas haben

Obdachlosenheim, das – ein großes Haus, in dem Menschen, die keine feste Wohnung haben, übernachten können

Nagelschere, die – eine Schere, mit der man sich die Fingernägel schneidet

korpulent – ziemlich dick


Fragen zum Text

1. Welche Aussage ist falsch?
a) "Miriam's Kitchen" liegt im Zentrum von Washington.
b) Bei "Miriam's Kitchen" gibt es auch am Wochenende Frühstück.
c) Das Frühstück bei "Miriam's Kitchen" ist gesund.

2. Wie viele Menschen erhalten für ihre Arbeit bei "Miriam's Kitchen" Geld?
a) niemand
b) 14
c) 1500

3. Ergänzen Sie die Lücken in folgendem Satz: "Früher waren … Menschen auf Lebensmittelhilfe angewiesen … heute."
a) mehr … als
b) weniger … als
c) genauso viele … wie

4. Für Männer in Obdachlosenheimen ist es verboten, …
a) zu besitzen spitze Gegenstände.
b) spitze Gegenstände zu besitzen.
c) zu spitze Gegenstände besitzen.

5. Welche Bedeutung hat das Wort "gerade" in folgendem Satz: "Gerade Männer würden ihren Service sehr genießen"
a) besonders
b) nicht schief
c) vor kurzer Zeit


Arbeitsauftrag
In den USA werden viele soziale Tätigkeiten von Freiwilligen übernommen. Was halten Sie davon? Diskutieren Sie im Kurs darüber und machen Sie Vorschläge, wie in einer Gesellschaft die Armut am besten bekämpft werden könnte.

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