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Porträts Lehrerverbände

Armenischer Deutschlehrerverband

Den Armenischen Deutschlehrerverband gibt es bereits seit mehr als 20 Jahren. Weil Deutschlehrer in Armenien ähnliche Probleme haben wie in den Nachbarländern, arbeiten die Verbände eng zusammen.

Melanya Astvatsatryan hat den Armenischen Deutschlehrerverband 1993 mitgegründet und ist seitdem die Vorsitzende. Für Deutsch hat sie sich einst entschieden, weil sie die deutsche Kultur und Philosophie sehr verehrt. Melanya Astvatsatryan leitet hauptberuflich den Lehrstuhl für Fremdsprachendidaktik an der Armenischen Staatlichen Pädagogischen Universität „Khachatur Abovyan“ (ASPU).

Deutsche Welle: Frau Astvatsatryan, Sie waren im Sommer beim Treffen des Internationalen Deutschlehrerverbands in Lübeck. Was hat Ihnen besonders gefallen?

Melanya Astvatsatryan: Deutschland ist sehr schön. Das gefällt mir sehr. Die Natur ist beispielsweise wunderbar, und es gibt märchenhafte Städte. Aber auch die Leute waren immer sehr freundlich, ob in Lübeck oder im Süden in Bayern, stets waren alle offen und immer hilfsbereit. Das fällt auf, und das hat mir gut gefallen.

Ihr Verband arbeitet sehr eng mit den Deutschlehrerverbänden der Nachbarländer zusammen. Warum ist Ihnen das so wichtig?

Audio anhören 00:39

Hören Sie rein: Melanya Astvatsatryan erzählt, was sie an Deutschland mag

Es ist uns sehr wichtig, weil viele Probleme, die wir im Fach Deutsch als Fremdsprache haben, in unseren Nachbarländern Georgien, Kasachstan oder Tadschikistan ähnlich sind. Das haben wir nach unserer letzten Bestandsaufnahme festgestellt. Deswegen versuchen wir, die Probleme gemeinsam zu lösen. Denn Zusammenarbeit ist immer gut.

Welche Probleme sind das genau, mit denen die Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer in diesen Ländern zu kämpfen haben?

Bei uns herrscht eine institutionalisierte Mehrsprachigkeit, gleichzeitig fehlt die entsprechende didaktische Grundlage in den Institutionen. Wir wollen diese Grundlagen entwickeln – natürlich immer unter Berücksichtigung der Schwierigkeiten jedes Landes und seiner Spezifika.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen den Ländern denn konkret?

Beispielsweise haben wir zu unserer letzten Regionaltagung in unserer Hauptstadt Jerewan die Vorsitzenden der Verbände aus Georgien, Kasachstan, Tadschikistan, Usbekistan und Kirgistan eingeladen. Und jetzt planen wir, eine Zeitschrift herauszugeben, in der alle Verbände, die an dieser Regionaltagung teilgenommen haben, auch aktiv werden.

Und was sind die wichtigsten Pläne, die sie gemeinsam umsetzen wollen?

Armenien Deutschlehrerverband und Goethe-Institut Konferenz

Eine Deutschlehrertagung des armenischen Deutschlehrerverbands in Kooperation mit dem Goethe-Institut

In drei Jahren soll die nächste Regionaltagung stattfinden. Bis dahin möchten wir unser Curriculum vervollständigen. Heutzutage lernen die Schüler bei uns schon ab der zweiten Klasse Russisch, das ist obligatorisch. Ab der dritten Klasse kommt dann eine europäische Sprache hinzu. Meistens ist das Englisch oder Französisch – es kann aber auch Deutsch sein. Aber meistens kommt Deutsch erst nach Englisch Das bedeutet, dass Deutsch dann die vierte Sprache ist. Das alles müssen wir berücksichtigen im Programm, damit der Unterricht effizient und effektiv ist.

Wow, das hört sich so an, als ob armenische Schüler ganz schön gut im Sprachenlernen sind. Sie haben ja zusätzlich auch noch ein anderes Alphabet ...

Genau. Russisch hat das kyrillische Alphabet, Deutsch das lateinische, und Armenisch ist noch einmal eine ganz andere Schrift. Aber unsere Schüler schaffen das. Und wir wollen sie dafür stets mit neuen Methoden und guter Didaktik unterstützen.

Die oben angesprochene internationale Zusammenarbeit ist ja nur ein Teil Ihrer Verbandsarbeit. Was gehört sonst noch dazu?

Unsere wichtigste Aufgabe ist die regelmäßige Durchführung unserer Deutscholympiaden. Das machen wir in Kooperation mit dem Bildungsministerium. Darüber hinaus organisieren wir regelmäßig Deutschlehrerfortbildungen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen.


Die wichtigsten Infos in Kürze:
Der armenische Deutschlehrerverband wurde 1993 gegründet und hat 100 Mitglieder. Bei der Jahreshauptversammlung treffen sich die Mitglieder sowie Experten, die auf Einladung Vorträge halten.

Vorstandsgremium:
・ Prof. Melanya Astvatsatryan (Präsidentin)
・ Prof. Jura Gabrielyan (Vizepräsident)
・ Dr. Harutyun Tshanshapanyan (Generalsekretär)
・ Kolya Simonyan (Schatzmeister)
・ Frau Shoghik Aharonyan (Vertretende Schatzmeisterin)
・ Martin Minassian (Webmaster)
・ Prof. Matthias Fritz (Vorstandsmitglied)
・ Dr. Elisa Ghazaryan

IDV-Kontaktperson: Melanya Astvatsatryan, mastvatsatryan [at] yahoo.com

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