1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Welt

Armenien: Leben in schwieriger Nachbarschaft

Einst galt das Land als Modell für das christliche Abendland – heute macht es vor allem durch politische Konflikte von sich reden: Armenien, der kleinste Nachfolgestaat der früheren Sowjetunion.

default

Armenier gehen für ihre Rechte auf die Straße

Das Land hat eine lange und wechselvolle Geschichte:
Seit Ende der achtziger Jahre schwelt der Konflikt mit dem östlichen Nachbarstaat Aserbaidschan um die Enklave Berg-Karabach. Dort leben überwiegend Armenier. Aber Stalin hatte das Gebiet 1921 Aserbaidschan zugesprochen. Seit einigen Jahren herrscht zwar Waffenstillstand, eine politische Lösung des Konflikts ist aber noch nicht in Sicht.

Auch zum westlichen Nachbarn, der Türkei, gibt es keine diplomatischen Beziehungen. Die Türkei hatte aus Solidarität mit Aserbaidschan die Grenzen dichtgemacht, als der Krieg zwischen den beiden Kaukasusrepubliken ausbrach. Die Grenzen blieben bis heute geschlossen – mit großen Folgen für die armenische Wirtschaft. Denn das Land hat kaum Bodenschätze und keinen natürlichen Zugang zum Meer. Am einfachsten wäre der Handel mit der Türkei.

Die Spannungen zwischen Armeniern und Türken hat aber auch historische Wurzeln "Völkermord" ist das Wort, das man in keinem türkischen Geschichtsbuch findet, das aus Sicht der Armenier jedoch das Trauma ihres Volkes beschreibt. Fast 1, 5 Millionen Armenier wurden in den Jahren um 1915 von Truppen des Osmanischen Reichs umgebracht, Hunderttausende zu Flüchtlingen. Bisher hat keine türkische Regierung diese Massaker eingestanden, sondern nur als "normale Kriegshandlungen" bezeichnet.

Armenien, das kleine Land mit der großen Geschichte, befindet sich in schwieriger Nachbarschaft. Doch die Zeit heilt auch im Südkaukasus die Wunden. Die jüngere Generation sieht die Konflikte mit anderen Augen als ihre Vorfahren, und auch die Wirtschaft in dem von seinen Nachbarn abgeschnittenen Land entwickelt sich.

Karine Amirchanian vom Öffentlichen Rundfunk Armenien und Nina Bednarz von der Deutschen Welle haben sich in Armenien umgehört. Auf Schulhöfen und Marktplätzen fanden sie Menschen, die um die Last der Geschichte wissen, sich für die Zukunft jedoch Frieden wünschen. Die Sendung liegt in deutsch vor.

Downloads