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Aktuell Afrika

Armee erobert Bani Walid

Vor gut einem Jahr wurde Libyens langjähriger Machthaber Gaddafi gewaltsam getötet. Bani Walid galt als eine der letzten Hochburgen seiner Anhänger. Jetzt haben Regierungstruppen die Wüstenstadt eingenommen.

Ein bewaffneter Regierungskämpfer auf einem Jeep (Foto: EPA)

Libyen Bani Walid Regierungstruppen OVERLAYFÄHIG

Als regierungstreue Truppen Bani Walid einnahmen, schossen sie in die Luft oder auf Fenster und Häusermauern und hissten die libysche Flagge auf den verlassenen Amtsgebäuden der Stadt. Das berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Bereits seit dem Wochenende wüteten heftige Kämpfe in der südöstlich von Tripolis gelegenen Stadt - denn hier vermuten die Kämpfer besonders viele Anhänger des ehemaligen Diktators Gaddafi.

Die Armee habe alle wichtigen Gebäude der Stadt unter ihre Kontrolle gebracht, und viele "Gesetzesbrecher" seien festgenommen worden, sagte der Militärsprecher Mohammed al-Gandus der staatlichen Nachrichtenagentur Lana. Mehr als die Hälfte der 80.000 Einwohner der Stadt seien aufgrund der Auseinandersetzungen aus der Wüstenstadt geflohen, berichtete die Zeitung "Libya Herald" unter Berufung auf Helfer, die sich um die Vertriebenen kümmern.

Ein Auto stoppt an einem Checkpoint der Wüstenstadt Bani Walid (Foto: Reuters)

Mehr als die Hälfte der 80.000 Einwohner Bani Walids mussten vor den Kämpfen fliehen

Gegen die "Überbleibsel des alten Regimes"

Bei den regierungstreuen Kämpfern handelt es sich größtenteils um ehemalige Rebellen, die zu Lebzeiten Gaddafis gegen den damaligen Machthaber gekämpft hatten. Viele von ihnen stammen aus der Nachbarstadt Misrata. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP haben sich hunderte Kämpfer in Bani Walid versammelt. Ihre Militärkampagne richtet sich gegen die "Überbleibsel des alten Regimes".

Im Oktober 2011 war die Wüstenstadt schon einmal von Gaddafi-Gegnern eingenommen worden, jedoch hatten in den vergangenen Monaten die Anhänger des getöteten Ex-Diktators dort wieder die Oberhand gewonnen. Vor allem im Süden Stadt habe es noch einige kleinere "Widerstandsnester" gegeben, erklärten die Kämpfer.

Gut ein Jahr ist seit dem Tod des langjährigen Machthaber Libyiens vergangen. Er war am 20. Oktober 2011 nach einem NATO-Flugangriff auf der Flucht aus seiner Heimatstadt Sirte von Rebellen gefangen genommen worden. Wie und unter welchen Umständen Gaddafi getötet wurde, ist bis heute nicht vollständig geklärt.

vf/sti (afp/dpa)