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Aktuell Nahost

Armee attackiert Vorort von Damaskus

Das syrische Militär hat eine neue Offensive gegen Rebellen im Umland von Damaskus eingeleitet. Nach Angaben von Aktivisten und lokalen Medien versucht sie den strategisch wichtigen Ort Daraja zu stürmen.

Kämpfer beschießen sich in der syrischen Ortschaft Daraja bei Damaskus (Foto: AP)

Krieg in Syrien

Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, dass die Armee den Ort Daraja mit Artillerie und Raketenwerfern beschieße. Die Streitkräfte hätten um die seit Wochen belagerte Ortschaft zusätzliche Truppen zusammengezogen. Laut Aktivisten vor Ort ist Daraja seit 37 Tagen vom Strom- und Telefonnetz abgeschnitten. Bisher hätten Kämpfer der Freien Syrischen Armee Angriffswellen der Armee stets zurückgeschlagen, berichteten Aktivisten aus Daraja.

Militär und Milizen des Regimes wollen mit dem Vorstoß nach Ansicht von Beobachtern auch den nahe gelegenen Militärflughafen Messe sichern. Er gilt als letzte Einrichtung, über die Mitglieder des Regimes und Truppen die Hauptstadt erreichen und verlassen können. In Daraja leben überwiegend sunnitische Muslime. Die islamistische Al-Nusra-Front soll dort stark vertreten sein. Die Organisation wurde von der US-Regierung jüngst zur Terrororganisation erklärt.

Gekämpft wird auch in Jarmuk

Die Beobachtungsstelle meldete auch heftige Kämpfe aus Jarmuk im Süden von Damaskus. In dem Viertel leben vorwiegend palästinensische Flüchtlinge leben. Dort lieferten sich Rebellen Gefechte mit Soldaten und verbündeten palästinensischen Milizionären. Die Regierung versucht seit Wochen, die Region um die Hauptstadt wieder vollständig unter ihre Kontrolle zu bringen. Der Südwesten ist dabei besonders heftig umkämpft. Die Zahl der Toten am Freitag gab die Beobachtungsstelle mit 92 an, davon rund 30 in und um Damaskus.

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Assad vor dem Kollaps?

Am Freitag verschärften die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union erneut den Tonfall gegenüber Präsident Baschar al-Assad. "Der Gipfel beauftragt die Außenminister, alle Optionen zu prüfen, um der Opposition zu helfen und sie zu unterstützen und um einen größeren Schutz der Zivilbevölkerung zu ermöglichen", beschloss der EU-Gipfel in Brüssel. Die Gipfelrunde sei "entsetzt über die sich zunehmend verschlechternde Lage in Syrien".

Cameron mahnt

Der britische Premierminister David Cameron sagte auf die Frage, ob "alle Optionen" ein militärisches Eingreifen wie in Libyen bedeute, die Lage in Syrien sei anders als in Libyen. "Aber statt zu fragen, was wir nicht tun können, sollten wir fragen, was wir tun können." Er verwies darauf, dass die USA für den Fall eines Einsatzes von Chemiewaffen "sehr ernste Konsequenzen für das Regime" angekündigt hätten.

Die EU-Außenminister hatten erst am Montag die Koalition der Oppositionskräfte in Syrien als "legitime Vertreter des syrischen Volkes" anerkannt. Die EU hat bisher 19 mal Sanktionen gegen das Regime und dessen Führungspersönlichkeiten beschlossen.

kle/mak (dpa, afp, rtr)

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