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Todesstrafe

Arkansas: Oberster Gerichtshof der USA stoppt Hinrichtung

Don Davis entgeht der Todesspritze in letzter Minute - vorerst. Er sollte hingerichtet werden, weil das Haltbarkeitsdatum eines Mittels im Giftcocktail abläuft. Andere Todeskandidaten bangen noch.

USA Todesstrafe Medikament Midazolam (picture-alliance/AP Photo)

Das Haltbarkeitsdatum des bei Hinrichtungen verwendeten Mittels Midazolam läuft in Arkansas ab

In letzter Minute hat der oberste Gerichtshof der USA die Hinrichtung eines Todeskandidaten im Bundesstaat Arkansas gestoppt. Der verurteilte Mörder Don Davis hatte schon seine Henkersmahlzeit - Brathähnchen, Brot, Bohnen, Kartoffelpüree und Erdbeerkuchen - vor sich, als die Neuigkeiten vom Supreme Court den Todestrakt erreichten.

Bereits am Montagmorgen, Ortszeit, hatte das oberste Gericht von Arkansas die Hinrichtungen von Davis und einem weiteren Häftling ausgesetzt. Daraufhin hatte die Generalstaatsanwältin des Bundesstaates, Leslie Rutledge, sich an die obersten Richter des Landes gewandt und gefordert, zumindest Davis' Todesstrafe zu vollstrecken.

Der Supreme Court entschied spätnachts letztlich dagegen. Rutledge teilte daraufhin mit, es breche ihr das Herz, dass die Familie von Jane Daniels, die Davis 1990 während eines Raubüberfalls ermordet hatte, noch immer keine Gerechtigkeit erfahre.

Der republikanische Gouverneur von Arkansas, Asa Hutchinson, will bis Ende April mindestens acht Todeskandidaten hinrichten lassen. Der Grund: Das Haltbarkeitsdatum des Mittels Midazolam, das Teil des bei Hinrichtungen verabreichten Giftcocktails ist, läuft dann ab.

Viele europäische Pharmafirmen weigern sich, den US-Behörden Mittel zur Vollstreckung der Todesstrafe nachzuliefern. Zudem ist die Verwendung von Midazolam umstritten. Kritiker sagen, es könne den schmerzfreien Tod der Hingerichteten nicht garantieren.

USA Arkansas Schauspieler Johnny Depp Protest gegen geplante Hinrichtungen (picture-alliance/AP Photo/S. B. Thornton)

Hunderte Menschen - darunter Prominente wie der Schauspieler Johnny Depp - protestieren gegen die geplanten Hinrichtungen in Arkansas

Der Supreme Court hatte Zweifel, ob der psychisch kranke Davis während seines Verfahrens genügend Unterstützung bekommen habe. Die Entscheidung bezüglich seiner Hinrichtung hat auf die Vollstreckung der weiteren geplanten Todesstrafen keine Auswirkung.

mrk/sti (afp, dpa)

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