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Argentinien

Argentinischer Staatsanwalt Nisman wurde wohl ermordet

Jahrelang blieb es ein mysteriöser Fall: Wurde der argentinische Staatsanwalt Alberto Nisman 2015 ermordet oder tötete er sich selbst? Jetzt sind neue Erkenntnisse ans Licht gekommen.

Der argentinische Staatsanwalt Alberto Nisman, der zu einem tödlichen Anschlag auf ein jüdisches Zentrum in Buenos Aires ermittelte, wurde laut einem Ermittlungsbericht der Polizei ermordet. Argentinische Zeitungen zitierten aus den Ermittlungsakten zu Nismans Tod, der 2015 Schlagzeilen gemacht hatte. Demnach wurde Nisman mit dem starken Narkosemittel Ketamin betäubt, zusammengeschlagen und schließlich im Badezimmer seiner Wohnung erschossen.

Die argentinische Justiz hatte zuvor erklärt, es gebe keine Hinweise auf Fremdeinwirkung bei dem Todesfall, alles deute auf Suizid.

Präsidentin Kirchner im Visier

Argentinien Cristina Fernandez de Kirchner (Reuters/E. Marcarian)

Cristina Fernández de Kirchner soll die Ermittlungen behindert haben

2005 übernahm der Staatsanwalt die Ermittlungen zur Aufklärung eines Bombenanschlages auf das jüdische Gemeindezentrum Amia in Buenos Aires, bei dem im Juli 1994 85 Menschen getötet und 300 Menschen verletzt worden waren. Er erhob 2013 Anklage gegen mehrere Vertreter der iranischen Regierung. In seiner Anklageschrift von 2015 beschuldigte er die amtierende argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner und andere hochrangige Funktionäre, dass sie die Aufklärung des Terrorattentates versuchten zu verhindern. Gleichzeitig hätten sie den mutmaßlichen iranischen Drahtziehern Straffreiheit gewähren wollen.

Wenige Stunden vor einer brisanten Anhörung im Parlament, in der er der damaligen Präsidentin Kirchner vorwerfen wollte, seine Ermittlungen zu behindern, wurde Nisman mit einer Kugel im Kopf in seiner Wohnung aufgefunden.

as/kis (afp, ape, wikipedia)