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Wirtschaft

Argentinien vor dem freien Fall

Schwere Ausschreitungen und Plünderungen, Verhängung des Notstandes, Regierungsrücktritt - aus der Wirtschaftskrise in Argentinien ist eine Staatskrise geworden.

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Straßenschlachten in Buenos Aires

Nach blutigen Protesten gegen die staatliche Sparpolitik hat der argentinische Wirtschaftsminister Domingo Cavallo offenbar seinen Rücktritt eingereicht. Er habe Präsident Fernando de la Rua um seine Entlassung gebeten, berichteten argentinischen Medien. Mit dem Rücktritt des
gesamten Kabinetts von Regierungschef Chrystian Colombo werde gerechnet, berichtete der Fernsehsender TN. Am Abend zuvor hatte De la Rua den Ausnahmezustand verhängt.

Nach Angaben der Behörden wurden 350 Menschen bei gewalttätigen Ausschreitungen festgenommen. Mehr als hundert seien bei den Plünderungen von Supermärkten im ganzen Land verletzt worden. Nach Verhängung des landesweiten Ausnahmezustandes gingen allein in der
Hauptstadt Buenos Aires zehntausende Menschen aus Protest auf die Straße.

Die gewalttätigen Proteste der Bevölkerung richten sich gegen die rigide Sparpolitik der Regierung. Argentinien befindet sich seit 43 Monaten in einer schweren Rezession und steht kurz vor dem Staatsbankrott.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die argentinische Wirtschaftspolitik scharf kritisiert. Das südamerikanische Land muss sich zwischen Geldabwertung und rigorosen Einsparungen entscheiden. Der IWF hatte zu Monatsbeginn bereits einen Kredit von 1,3 Milliarden Dollar zurückgehalten, weil Argentinien das vereinbarte Haushaltsziel nicht erreicht hatte. Der argentinische Finanzminister Guillermo Mondino sagte in Uruguay, Buenos Aires sei auf das Geld zur Schuldentilgung dringend angewiesen.

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