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Verschwundenes U-Boot

Argentinien stellt Suche nach U-Boot-Besatzung ein

Die argentinische Marine hat die Besatzung des seit 15 Tagen im Atlantik vermissten U-Boots offiziell für tot erklärt. Bei der Suche gehe es nur noch um das Auffinden des Schiffes und nicht mehr um die Rettung der Crew.

Argentinien U-Boot ARA San Juan verschollen (Getty Images/AFP/E. Abramovich)

Beten für die Opfer in Mar dle Plata, dem Heimathafen der "ARA San Juan"

Bis zuletzt hatten Angehörige der 44 Besatzungsmitglieder der "ARA San Juan" auf ein Wunder gehofft, auch wenn aufgrund der langen Zeit seit dem Verschwinden des U-Boots alles gegen eine Rettung der vermissten Marineangehörigen sprach. Jetzt hat die Marine, 15 Tage nach dem letzten Funkkontakt, die Crew für tot erklärt. Die Suche nach möglichen Überlebenden werde eingestellt, es gehe nun nur noch um das Auffinden des Schiffes, sagte Marine-Sprecher Enrique Balbi in Buenos Aires. Die internationalen Rettungsbemühungen hätten schon doppelt so lange gedauert wie die geschätzte Überlebensdauer in einem U-Boot, das nicht auftauchen könne. Nach dem Boot werde aber weiter gesucht, um das Unglück aufzuklären.

Das Verschwinden der "ARA San Juan" im Atlantik gilt als größte Tragödie in der Geschichte der argentinischen Marine. Zuletzt war davon ausgegangen worden, dass es unmittelbar nach der letzten Funkverbindung eine Explosion an Bord gegeben haben könnte.

Weiter keine Spur von dem vermissten U-Boot

Im letzten Funkspruch hatte der Kapitän einen Kurzschluss und Schwelbrand im Batteriesystem gemeldet. Mehrere Spezialschiffe und Flugzeuge aus mehreren Staaten waren mit speziellen Suchgeräten in einem Gebiet mit einem Durchmesser von etwa 125 Kilometern im Südatlantik im Einsatz. Auch ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug und ein Mini-U-Boot der US-Navy halfen, um den Meeresgrund abzusuchen.

Die "ARA San Juan" befand sich zum Zeitpunkt ihres Verschwindens auf einem Überwachungseinsatz. Es habe sich um eine Routinefahrt gehandelt, bei der nach Schiffen gesucht wurde, die illegal in argentinischen Gewässern fischten, sagte Marinesprecher Balbi.

Argentinien Suche nach U-Boot mit 44-köpfiger Besatzung dauert an (Reuters/Handout: Armada Argentina)

Die "ARA San Juan" auf einem Bild aus dem Jahr 2014

Die Außengrenze der argentinischen Wirtschaftszone verläuft entlang dem südamerikanischen Kontinentalsockel, an dem die Meerestiefe von 200 auf bis zu 3000 Meter fällt. Das diesel-elektrisch angetriebene U-Boot war von Ushuaia auf Feuerland ausgelaufen.

Zwischenzeitlich kam immer wieder Hoffnung auf, die "ARA San Juan" und ihre Crew noch rechtzeitig zu finden. Doch Geräusche aus der Tiefe, die Rettungsschiffe im Südatlantik empfangen hatten, stammten nicht von dem U-Boot. Auch Satellitensignale waren anderen Ursprungs. Leuchtraketen und ein in den vergangenen Tagen aus dem Meer geborgenes Rettungsboot stammten ebenfalls nicht von der "ARA San Juan"

qu/se (dpa, afp, rtre, APE)

 

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