1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Amerika

Argentinien setzt auf Rodríguez Saá

Der argentinische Kongress hat den Peronisten Adolfo Rodríguez Saá zum Interimspräsidenten gewählt. Nach der Vereidigung kündigte Rodríguez Saá an, die Zahlungen auf die Auslandsschulden vorerst einzustellen.

default

Eine Politikerkarriere voller Erfolge und Skandale

Rodríguez Saá soll bis zu Neuwahlen am 3. März als Interimspräsident das hochverschuldete Land regieren. Der bisherige Präsident Argentiniens, Fernando de la Rua, war nach massiven Protesten der Bevölkerung gegen den Sparkurs seiner Mitte-Links-Regierung zurückgetreten. Bei den Unruhen waren mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen.

Zur Person

Mit dem Einzug in den argentinischen Präsidentenpalast "Casa Rosada" geht für Adolfo Rodríguez Saá ein alter Traum in Erfüllung. Schon bei der vorigen Präsidentenwahl 1999 war der Peronist in seiner Partei einer der Kandidaten gewesen. Der Vollblut-Politiker musste sich aber Eduardo Duhalde geschlagen geben, der dann in der Wahlgegen den jetzt zurückgetretenen Fernando dé la Ra verlor.

Mit seiner Lebenslust und seinem unerschütterlichen Optimismus ist Rodríguez Saá, so möchte es scheinen, genau der Mann, den das krisengeschüttelte Argentinien jetzt benötigt. Seine Bilanz als Gouverneur kann sich in der Tat sehen lassen. Die Provinz San Luis regiert er seit 18 Jahren, länger als jeder andere Gouverneur in der Geschichte des Landes. San Luis kennt, ganz im Gegensatz zum argentinischen Zentralstaat, keine Schulden und keine Finanzprobleme. Die Arbeitslosigkeit ist eine der niedrigsten im ganzen Land. Die Bewohner erneuerten fünf Mal in Folge das Mandat ihres Gouverneurs.

Der Liste der Erfolge steht allerdings eine ganze Reihe von
Skandalen entgegen. Rodríguez Saá ist nämlich alles andere als ein farbloser Provinzpolitiker. Im Gegenteil: Sein Leben bietet genügend Stoff für eine Soap Opera im Fernsehen. Den Höhepunkt der Skandale bildete eine obskure Sex-Affäre im Jahr 1993. Rodríguez Saá, Vater von fünf Kindern, hatte damals seine Geliebte nach einem außerehelichen Verhältnis beschuldigt, ihn entführt und "sexuell missbraucht" zu haben. Für die Klatschpresse war dies ein gefundenes Fressen.

Die Redaktion empfiehlt